— Heide —

Dithmarscher will für SPD-Bundesvorsitz kandidieren

von Christoph Hecht Dienstag, 13. Februar 2018 21:08 Uhr


Heide -

Politischer Paukenschlag am Dienstagabend: Der Heider Sozialdemokrat Dirk Diedrich will SPD- Bundesvorsitzender werden.

Der Heider Ratsherr, der auch im schleswig-holsteinischen Landesvorstand der Partei sitzt, begründete seinen plötzlichen Vorstoß mit den aktuellen Geschehnissen. Ihm missfalle die Art und Weise, wie Andrea Nahles zur SPD-Chefin gewählt werden soll, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

So kritisiert Diedrich unter anderem, dass der Parteivorsitzende „immer“ vom Bundesvorstand vorgeschlagen wird. „Dabei haben wir auch in den Landesvorständen und in den Ortsvereinen viele kluge Köpfe“, sagte der Studienrat. Er spreche sich deshalb für eine Stärkung des „Von-unten-nach-oben-Prinzips“ aus – ähnlich wie die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, die ebenfalls für den Chefsessel kandidiert. „Mit meiner Bewerbung möchte ich für ein Umdenken in der SPD sorgen.

Seine Kandidatur sei zudem ein Versuch, die eingefahrenen Strukturen und Mechanismen ein Stück weit „auszutricksen“, so Dirk Diedrich weiter. Sein Ziel: „Die Ortsvereine sollen auf die Delegierten wieder mehr Druck ausüben können“, erklärte der Sozialdemokrat aus Dithmarschen. „Im Moment werden mir an der Parteispitze nämlich zu viele Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen.“ Das zu ändern, sehe er als seine Aufgabe an. „Dafür gehe ich ins Rennen.“

Dirk Diedrich knüpft seine Kandidatur allerdings an eine Bedingung: „Ich mache das nur, wenn ich ausreichend Unterstützung vom Landesverband und aus den Ortsvereinen bekomme.“ Erste mündliche und schriftliche Zusprüche habe er bereits erhalten.

SPD-Landeschef Ralf Stegner zeigte sich ob des plötzlichen Diedrich-Vorstoßes nicht sonderlich überrascht. „Ich finde es wunderbar, wenn die Demokratie so lebhaft ist, dass so viele schleswig-holsteinische Sozialdemokraten sich zutrauen, sich für ein solches Amt zu bewerben“, sagte er am Dienstagabend in einem Interview mit dem NDR. „Ich habe keine Schwierigkeiten damit. Am Ende entscheiden die Bundesdelegierten.“





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