— Brunsbüttel —

Elbefähre-Eigner warten auf Angebot

von Michael Behrendt Donnerstag, 19. Oktober 2017 11:54 Uhr


Brunsbüttel -

Seit zehn Tagen liegt die Elbefähre still. Dass sich daran kurzfristig etwas ändern wird, davon ist nicht auszugehen. Die Aussichten sind eher trüb. Aktuell ist Betreiber Elb-Link ohne Vertrag - und hinter den Kulissen läuft ein Kampf um höhere Charterraten.

Jetzt haben sich erstmals die Schiffseigner zu Wort gemeldet. Diese erwarten von Elb-Link ein tragfähiges Finanzangebot. Der Mietvertrag für das Fährschiff sei am 30. September ausgelaufen. „Wir erwarten eine Aussage zu einer marktfähigen und vernünftigen Charterrate, die uns eine Kostendeckung ermöglicht“, sagt Christian Schulz, der die Eigentümergesellschaft der Schiffe mit Sitz in Malta vertritt. Derzeit gebe es keine vertragliche Verbindung mehr zu der Elb-Link-Fährgesellschaft. Dass die Eigner beim Vertragspoker die besseren Karten in der Hand haben, wird auch durch Schulz‘ Aussage deutlich, die „Anne-Marie“ könnte „jeden Tag losfahren - sie wartet auf Order. Es liegt daran, dass wir keinen Vertrag haben“.

Die Linie, bei der knapp 50 Mitarbeiter beschäftigt sind, wurde zuletzt vom Fährschiff „Anne-Marie“ bedient, bis der Betrieb am 10. Oktober erneut ausgesetzt wurde - wie es zunächst hieß, aufgrund eines Schadens am Antrieb. Doch das war nur die halbe Wahrheit, wie Elb-Link-Ggeschäftsführer Bernd Bässmann in der vergangenen Woche via Pressemitteilung einräumte. Um die Liquidität des Unternehmens, das erst im Mai nach einem Insolvenzverfahren wieder - mit nun einem Schiff - an den Start gegangen war, ist es schlecht bestellt. Um langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, sei die Linie nur mit finanzstarken Investoren oder öffentlicher Förderung in ein nachhaltig wirtschaftlich sicheres Fahrwasser zu steuern, hieß es. Lösungen hierfür seien jedoch bislang noch nicht gefunden worden.

Auf die Landesregierungen dies- und jenseits der Elbe sollte Elb-Link besser nicht setzen: Eine öffentliche Förderung gilt als unwahrscheinlich. Im FDP-geführten Wirtschaftsministerium in Kiel und dem SPD-geführten Ressort in Hannover sieht man zwar die Bedeutung der Linie, hält aber nichts von Förderung. Das sei schon rechtlich schwierig, hieß es.





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