— Brunsbüttel —

LNG-Rekord-Bebunkerung im Elbehafen

von Hengameh Habib Mittwoch, 14. Februar 2018 06:20 Uhr


Brunsbüttel -

Auf dem Weg zu einem LNG-Terminal verkündet Brunsbüttel Ports eine aus Unternehmenssicht gute Nachricht: Am Montag wurde am Elbehafen der unter belgischer Flagge fahrende Hopperbagger Scheldt River mit verflüssigtem Erdgas bebunkert - die bislang deutschlandweit größte Bebunkerung mit dem Flüssigerdgas. 

Insgesamt 85 Tonnen LNG, angeliefert mit fünf Lkw, hat der rund 116 Meter lange Saugbagger übernommen. Dies ist nach Angaben von Brunsbüttel Ports deutschlandweit die bislang größte LNG-Bebunkerung. 

Die Experten von Nauticor, einem der führenden LNG-Anbieter für Schiffe, nutzen dafür ein bereits mehrfach erfolgreich eingesetztes Verfahren, bei dem die Betankung eines Schiffes parallel aus zwei LNG-Tankwagen erfolgt und der Vorgang so erheblich beschleunigt wird. 

Weitere LNG-Bebunkerungen im Elbehafen geplant

Mahinde Abeynaike, Geschäftsführer von Nauticor, zeigte sich dementsprechend zuversichtlich: „Wir zeigen damit erneut, dass die Versorgung von größeren Schiffen mit LNG in Deutschland bereits heute Realität ist. Ab Ende dieses Jahres werden wir unser neues LNG-Betankungsschiff, das noch deutlich schnellere und umfangreichere Betankungen ermöglicht, nutzen können.“ Der Hopperbagger Scheldt River erledigt derzeit im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Arbeiten auf der Unterelbe zwischen Cuxhaven und Wedel. Aus diesem Grund sind weitere LNG-Bebunkerungen des Schiffes im Brunsbütteler Elbehafen geplant. Damit wird erstmalig ein nachhaltiger Bedarf von LNG als Schiffstreibstoff an der Unterelbe zwischen Brunsbüttel und Hamburg generiert. 

In weiten Teilen der Schifffahrtsbranche wird LNG, das als Abkürzung für Liquefied Natural Gas steht, als der Schiffstreibstoff der Zukunft gesehen. Durch die Emissionsreduzierung im Vergleich zu konventionellen Schiffstreibstoffen gilt das Flüssigerdgas als umweltfreundlich. Durch den Einsatz von LNG können Emissionen von Schwefel, Stickstoff, Rußpartikeln sowie Kohlendioxid signifikant verringert werden. Carsten Lorleberg, Projektleiter LNG bei Brunsbüttel Ports, sagt: „Die Bebunkerung der Scheldt River im Elbehafen zeigt, dass sich LNG zunehmend in der Schifffahrt als alternativer und umweltfreundlicher Treibstoff etabliert und sich die Bunkervorgänge mit LNG zudem ohne Bedenken in den täglichen Hafenbetrieb integrieren lassen. Wir freuen uns, dass wir erneut die idealen Voraussetzungen des Elbehafens für LNG-Betankungen unter Beweis stellen konnten.“ 

Enge Zusammenarbeit mit dem LKN

In der Vergangenheit gab es im Elbehafen bereits die erstmalige Befüllung des LNG-Kesselwaggons der VTG sowie die truck-to-ship-Bebunkerung des Zementfrachters Ireland. Bei dieser Methode fließt LNG direkt von einem Lastwagen über einen Schlauch zum Schiff. Sowohl Brunsbüttel Ports als auch der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) als Genehmigungsbehörde haben daher umfängliche Erfahrungen bei der Planung, Genehmigung und Erledigung von LNG-Verladungen im Elbehafen. „Die Zusammenarbeit mit dem LKN bei der Vorbereitung solcher Aktivitäten ist vorbildlich“, sagt Lorleberg. 

Am Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel konkretisieren sich zudem die Planungen für das erste deutsche LNG-Importterminal. Die Unternehmen Gasunie, Oiltanking und Vopak haben kürzlich das Joint Venture German LNG Terminal-GmbH gegründet. Zweck ist der Bau, Besitz und Betrieb eines Import-Terminals für verflüssigtes Erdgas in Norddeutschland. German LNG Terminal fokussiert sich derzeit auf den Standort Brunsbüttel. Die Nähe zum Hamburger Hafen sowie zu den in der Region ansässigen Industrieunternehmen bietet ein attraktives wirtschaftliches Umfeld. Durch den Nord-Ostsee-Kanal, der in Nachbarschaft des geplanten Terminals verläuft, sind die skandinavischen und baltischen Länder gut erreichbar. Das geplante Terminal eröffnet Möglichkeiten für eine Diversifizierung der Gasversorgungsquellen in Deutschland und erleichtert den Zugang zu LNG als emissionsarmer Treibstoffalternative für Schiffe und Lastkraftwagen.





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