— Heide —

Tüv-Bilanz: Mängel sind Mangelware

von Stefan Schmid Montag, 22. Januar 2018 19:53 Uhr


Heide -

Die Heider halten ihre Karossen in Schuss: Mehr als 71 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der Tüv-Station in Heide die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Bei mehr als 57 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen, teilte jetzt die Tüv-Nord-Group in Essen mit. 

Das war die gute Nachricht. Die schlechte lautet: 28,9 Prozent der Fahrzeuge hätten erhebliche Mängel aufgewiesen, so Rainer Camen, Pressesprecher der Tüv-Nord-Group. Diese Autos mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die TÜV-Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher war jedoch nur ein Auto.

Durchschnitts-Pkw: 9,8 Jahre alt, 122.000 Kilometer auf dem Tacho

Und noch zwei Zahlen aus der Tüv-Nord-Statistik, die jetzt veröffentlicht wurde: Der durchschnittliche Pkw, der hier vor Ort an der Tüv-Station geprüft wurde, war 9,8 Jahre alt und hatte mehr als 122.000 Kilometer auf dem Tacho. Gleichzeitig habe sich im Einzugsbereich des Tüv Nord die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum vierten Mal hintereinander verringert – ein dauerhaft positiver Trend. In den Augen der Sachverständigen ist dies der Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe schickt. Dadurch werden die Autofahrer angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu investieren – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen. 

„Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich gute Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität“, sagt Dennis Boyn, Leiter der Tüv-Station in Heide. Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten nach seinen Worten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Die Autofahrer wiederum kümmerten sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und würden fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahrnehmen, so Boyn weiter. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer guten Fachwerkstatt warten lasse, habe bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug und überdies mehr Freude an sicherer individueller Mobilität, betont der Stationsleiter. Besonders freuen würde es den Tüv aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrtantritt zur Regel werde. 

Beleuchtung oft stiefmütterlich behandelt

Denn gerade die Beleuchtungsanlage wird laut Boyn mitunter immer noch stiefmütterlich behandelt. Das zeige die Verteilung der Mängelgruppen. Die liege mit „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei, so Boyn. Allerdings sei die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich weiter gesunken. Daran hätten auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik wie beispielsweise LED ihren Anteil, ist der Heider Stationsleiter des Tüv Nord überzeugt. 

Insgesamt ergibt sich in der Tüv-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Umweltbelastung“, „Achsen, Räder, Reifen“ und „Bremse“. Und: Je älter die Fahrzeuge bei ihrem Tüv-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen diesen Trend: Bei der ersten Hauptuntersuchung (HU) im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 11,1 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 30,1 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssten. 

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt zurzeit bei den drei Jahre alten Fahrzeugen bei 50123 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 136 130 Kilometern auf dem Tacho. 

Übrigens: In diesem Jahr ändert sich die Farbe der fälligen Plaketten von Rosa auf Grün. So sei zum Beispiel für Ordnungshüter schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde, warnt der Tüv Nord. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig und ab dem 8. Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Telefonisch unter ☎ 0800 80 70 60 oder online auf www.tuev-nord.de können Heider Autofahrer Termine zur Hauptuntersuchung vereinbaren.





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