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Bildungsexperten für Abschaffung der Schulnoten

von DPA · 17. Februar 2017 · 08:39 Uhr

Berlin (dpa) - Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen.

«Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden», sagte sie der «Bild». Tepe betonte, der Verzicht auf Noten sollte «nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden». Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Berichte besser seien.

Die Schüler in Deutschland hatten bei den jüngsten internationalen Vergleichstest relativ mäßig abgeschnitten. Die Präsidentin des Bayrischen Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sprach sich ebenfalls dafür aus, Schulnoten auch in höheren Klassenstufen durch Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen, weil dies motivierender sei. «Wir müssen umdenken in unserem Bildungssystem, dazu brauchen wir eine umfassende Bewertung von Menschen», sagte Fleischmann der Zeitung. Kritik kam dagegen von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU): «Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu.»

Eine große Mehrheit der Deutschen stimmt Eisenmann zu. Einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov vom vergangenen September zufolge halten drei von vier Deutschen Schulnoten weiterhin für sinnvoll - im Osten (81 Prozent) sogar noch mehr als im Westen (74 Prozent). Dass Schüler bei miesen Leistungen sitzenbleiben müssen, finden mehr als 80 Prozent richtig - für 33 Prozent ist das Wiederholen einer Klasse «sehr sinnvoll», für 48 Prozent immerhin noch «eher sinnvoll».

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Leserkommentare

Hans-Ulrich Neumann: Da wollen die Lehrer wohl nur eine Möglichkeit haben, eigenes Versagen bei der Vermittlung zu vertuschen. Wir brauchen die Noten, bundeseinheitliche Bildungsstandarts- und prüfungen. Mit "Habt Euch alle lieb-Pädagogik" ist man international nicht wettbewerbsfähig. Wir brauchen Eliten und Leistungsträge. Noten bewerten übrigens keine Menschen, sondern nur ihre Leistungen in einer festen Disziplin unter bestimmten Bedingungen. Später im Berufsleben kommt man mit larifari auch nicht weiter, ich mache gerade eine berufliche Weiterbildung und in den Lernerfolgskontrollen gibt es eine Punktebeurteilung und eine Noten und in der Prüfung später Fragen, bei deren Falschbeantwortung die Prüfung als "nicht bestanden" gewertet wird, auch wenn es sonst eine "1" wäre. Damit habe ich kein Problem, denn die Fragen sind in Sachen Sicherheit wichtig. Mit geschwafelten Berichten, die ohnehin nur eingeweihte verstehen, kommt man da nicht weiter. Ähnlich ist es doch bei der Fahrschulprüfung, richtig ist richtig, falsch kann tot bedeutet.

17.02.2017 17:06 Uhr