- Schleswig-Holstein -

Mutmaßlicher Mörder für weitere Tötung verantwortlich

von DPA · 11. Januar 2017 · 16:10 Uhr

Flensburg/Schleswig (dpa/lno) - Der wegen des Mordes an einer 73 Jahre alten Rentnerin vor 35 Jahren erst jetzt angeklagte Mann ist für ein weiteres Tötungsdelikt verantwortlich. Der heute 52-Jährige sei bereits 1986 in Lübeck wegen des Todes eines Jungen in Oldenburg (Holstein) zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, sagte Staatsanwalt Axel Schmidt am Rande des seit Mittwoch vor der Jugendkammer des Flensburger Landgerichts verhandelten Falls. Der Mann hatte den Siebenjährigen erwürgt.

Ausgerechnet dieses Urteil könnte dem Angeklagten im Fall einer Verurteilung nun eine geringe Haftstrafe bescheren. «Das kann das Strafmaß verändern», sagte Schmidt. Denn das Jugendstrafrecht sieht grundsätzlich eine maximale Freiheitsstrafe von zehn Jahren vor.

Welche Folgen diese Regelung für den Angeklagten konkret hat, wollte Schmidt zunächst aber nicht abschätzen. Die Ermittler hatten den Familienvater beim ersten Prozess noch nicht mit dem gewaltsamen Tod der Schleswiger Rentnerin vier Jahre zuvor in Verbindung gebracht.

Die Polizei war dem Angeklagten im Sommer 2016 durch die DNA-Analyse einer nach der Tat 1982 gesicherten Sperma-Spur auf die Schliche gekommen. Weil er zum Zeitpunkt der Tat erst 17 Jahre alt war, wird nach dem Jugendstrafrecht verhandelt.

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