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Rostige Brennstäbe: Akw Brokdorf muss Leistung drosseln

von DPA · 17. Juli 2017 · 14:00 Uhr

Kiel (dpa/lno) - Das Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Unterelbe darf nur mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Diese Konsequenz aus ungewöhnlich schneller und starker Korrosion an Brennstäben verkündete Energieminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Kiel. Das Zusammenwirken mehrerer Faktoren habe zu der auffälligen Oxidation geführt. Außer dem Hüllrohrmaterial seien dies eine erhöhte Leistung sowie ein immer häufigeres schnelles Hoch- und Runterfahren des Reaktors. Unter der Voraussetzung, dass die Leistung und der sogenannte Lastfolgebetrieb reduziert werden, habe die Atomaufsicht nun der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. Damit ist aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden.

«Der Betreiber PreussenElektra dreht jetzt das Rad elf Jahre zurück und stellt die Anlage auf den Betrieb von vor 2006 ein», gab Habeck an. Für diese Zeit gebe es eine gesicherte Betriebserfahrung mit dem betroffenen Hüllrohrmaterial. «Brokdorf fährt künftig also im abgesicherten Modus», sagte Habeck. Die Leistung werde auf 95 Prozent reduziert und die Lastwechselgeschwindigkeit halbiert. «Damit wird sicher verhindert, dass sich die überaus starke Oxidation wiederholt und die Grenzwerte überschritten werden.»

Im Februar waren im Zuge der Jahresrevision Oxidschichten an Brennstäben festgestellt worden, die nicht nur dicker waren, sondern auch schneller und an anderen Stellen auftraten als erwartet. Seitdem ist der Reaktor nicht am Netz. An einigen Brennstäben wurden die Grenzwerte deutlich überschritten. Von 5405 vermessenen Brennstäben in 92 sogenannten M5-Brennelementen wiesen 464 erhöhte Oxidbefunde unterhalb des Grenzwertes auf. In 3 Brennelementen an 10 Brennstäben wurden erstmals Oxidschichtdicken über dem Grenzwert festgestellt.

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