— Bad Segeberg —

Tierqualen auf Bauernhof: Landwirt zu Geldstrafe verurteilt

von DPA Dienstag, 13. Februar 2018 13:30 Uhr


Bad Segeberg (dpa/lno) - Ein Landwirt ist wegen Tierquälerei in drei Fällen vom Amtsgericht in Bad Segeberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In einem vierten Fall sei der Mann freigesprochen worden, teilte ein Gerichtssprecherin am Dienstag mit.

Laut Anklage hatte der 57-jährige Landwirt aus dem Kreis Segeberg Rinder, Sauen und Schweine in seinem Mastbetrieb gehalten, außerdem 17 Katzen. Trotz mehrfacher Beanstandungen durch das Kreisveterinäramt solle er keinen Tierarzt gerufen haben. Kühe und Rinder hätten gelahmt und sich vor Schmerzen kaum mehr bewegen können, hieß es. Ein schwer erkrankter, apathisch daliegender Bulle sei wenige Tage später tot auf dem Hof gefunden worden.

Der Landwirt ließ laut Anklage auch Ferkel verhungern, deren Muttersau nicht mehr genug Milch hatte. Auch 16 Katzen seien völlig abgemagert, verwurmt und von Flöhen befallen gewesen, eine weitere verendet. Der Landwirt hat die Vorwürfe bestritten.

Das Gericht habe eine Strafe von 250 Tagessätzen von je 70 Euro verhängt, erklärte die Gerichtssprecherin. Allerdings gelten 50 Tagessätze bereits als vollstreckt wegen Verfahrensverzögerungen, so dass der Verurteilte 14 000 Euro zahlen muss. Hinzu kommt die Hälfte der Gerichtskosten. Ein Tierhalteverbot für den Landwirt, das 2014 vorläufig erlassen worden war, wurde vom Gericht jetzt aufgehoben.

Erst im vierten Anlauf war der Prozess zustande gekommen. Der erste Prozessbeginn war 2015 wegen eines fehlenden Gutachtens gescheitert. Der zweite platzte im April 2017, weil der Verteidiger überraschend sein Mandat niederlegte. Und im Juni 2017 war ein Schöffe falsch geladen und das Gericht daher nicht richtig besetzt.





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