— Heide —

Politikerin plaudert aus dem Nähkästchen

von Christoph Hecht Mittwoch, 6. Dezember 2017 16:25 Uhr


Heide -

Als Sabine Sütterlin-Waack den Klassenraum betrat, wurde es schlagartig mucksmäuschenstill in der 7d des Werner-Heidenberg-Gymnasiums (WHG). Doch es dauerte nur wenige Augenblicke, da war das Eis zwischen der Justizministerin und den Schülern gebrochen.

Im Rahmen des Projektes Schule macht Zeitung – einer gemeinsamen Aktion von Boyens Medien, der SH Netz AG und Pro Media – stattete Sütterlin-Waack der Klasse gestern Vormittag einen Kurzbesuch ab. Zwei Unterrichtsstunden lang hatten die jungen Leute Zeit, der Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein das sprichwörtliche Loch in den Bauch zu fragen. „Schön, hier bei Euch in Heide zu sein“, eröffnete die CDU-Politikerin, die in Lürschau bei Schleswig zu Hause ist das Gespräch.

Das entwickelte sich schnell zu einer ebenso munteren wie ungezwungenen Frage- und Plauderrunde. So interessierte die Siebtklässler, wie Sabine Sütterlin-Waack zu aktuellen politischen Themen steht, etwa der Cannabis-Legalisierung, der Gleichbezahlung von Mann und Frau, Reformen beim Verbraucherschutz, dem Brexit oder dem Umgang mit der AfD im Landtag. „Ich merke, ihr habt Euch gut vorbereitet“, lobte die 59-Jährige nach dem sie alle Fragen zu ihrer Arbeit beantwortet hatte. „Das sind nämlich alles Dinge, die uns in Kiel gerade beschäftigen.“

Doch nicht nur das politische Wirken von Sabine Sütterlin-Waack stand bei den Schülern im Fokus. Auch über die Person wollten sie mehr erfahren. Und die Christdemokratin gab sich auskunftsfreudig. So gab sie unter anderem Preis, dass sie sie selbst auch gerne mal zu Keksen und Schokolade greife und dass das Reiten ihr Lieblingshobby sei. Leider bleibe ihr für Letzteres im Moment nur wenig Zeit. „Aber stellt euch vor: Heute Nachmittag habe ich frei und werde mich mal wieder richtig um mein Pferd kümmern. Darauf freue ich mich schon lange.“

Ohnehin sei es als hauptberufliche Politikerin, die viele Termine hat, nicht immer leicht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. „Ich versuche, so viel Zeit wie möglich mit meinem Mann zu verbringen.“ Zum Glück könne sie bei ihrem dienstlichen Kalender „ein bisschen“ Mitreden. „Und manchmal muss man auch einfach nein sagen.“

Auf die Frage einer Schülerin, ob Politikerin ihr Traumberuf sei, antwortete Sütterlin-Waack. „Egal ob als Rechtsanwältin, Bundestagsabgeordnete oder jetzt als Ministerin – ich habe alle meine Jobs gerne gemacht.“ Als Mädchen und junge Frau habe sie Tierärztin werden wollen, aber dieser Plan sei nicht zuletzt an „ihrem zu schlechten Abitur“ gescheitert. „Meine Entscheidung in die Politik zu gehen ist erst spät gefallen, obwohl es in meiner Familie viele Politiker gab. Aber als Kind hat mich das eher abgeschreckt.“

Mittlerweile sei sie – sie ist seit Juni Justizministerin – an ihrer neuen Wirkungsstätte in Kiel angekommen, so Sütterlin-Waack weiter. „Aber so ein bisschen muss ich mich nach der Arbeit als Bundestagsabgeordnete in Berlin immer noch eingewöhnen.“

Am Ende bedankte sich die Justizministerin bei der 7d für den netten Empfang und lobte das Projekt Schule macht Zeitung. „Das ihr da mitmacht, zeigt, dass Zeitung immer noch etwas ganz Aktuelles ist.“ Bei den Schülern kam der besondere Unterricht ebenfalls gut an. „Schön, dass sich ein Politiker die Zeit nimmt, in die Schule zu kommen“, sagte Madeleine Bertels. Und Mukaddes Ucar ergänzte: „Ich habe viel Neues dazugelernt.“





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