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Dahlmeier auf Gold-Mission, dann kommt Schempp

von DPA Mittwoch, 14. Februar 2018 11:00 Uhr


Pyeongchang (dpa) - Laura Dahlmeier muss sich bei ihrer Mission olympisches Gold-Triple in Geduld üben. Und das ist gut so, denn der Biathlon-Klassiker über 15 Kilometer hätte durch Sturmböen zur Wind-Lotterie werden können.

«Wir wollten keine unfairen Bedingungen für die Athleten haben», sagte Nicole Resch, die Generalsekretärin des Biathlon-Weltverbandes IBU. Damit kommt es auch bei den Skijägern zu einem Super-Donnerstag. Um 9.15 Uhr MEZ kämpfen die Damen um die Medaillen, um 12.30 Uhr sind die Männer dran. Und da gibt es einen Wechsel im deutschen Team: Der Bayer Johannes Kühn läuft für den angeschlagenen Bronze-Gewinner Benedikt Doll.

«Ich habe diese Entscheidung als Jury-Mitglied mitgetragen», sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig am Mittwoch zur Rennabsage. «Da sich die Situation mit einer Strafminute pro Fehler deutlich härter auswirkt als bei den anderen Rennen und wir eine sehr gute Wetterprognose haben, hat sich die Jury entschieden, den Wettkampf zu canceln und am Donnerstag unter vermeintlich sehr guten und fairen Bedingungen zwei Einzel auszutragen.»

Für sein Team kam die Absage völlig überraschend. «Die, die schon draußen waren, haben gesagt, dass es eigentlich gute Bedingungen am Schießstand waren», sagte Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand. «Aber es ist wohl für später noch mehr Wind gemeldet.»

Hildebrand war wie Dahlmeier, Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß schon in der Wettkampf-Vorbereitung. «Jetzt habe ich das ganze Prozedere noch mal mit Anspannung und Vorbereitung. Ich hatte mich auf einen schönen freien Tag gefreut. Aber dann eben morgen again», sagte sie.

«Gestern das Training war wirklich vom Winde verweht, kann man sagen», sagte Olympia-Debütantin Hammerschmidt und begrüßte die Verschiebung. «Schwupps ist morgen und wir stehen vor dem Wettkampf. Da freue ich mich immer noch.»

Nach ihrem historischen Doppel-Gold in Sprint und Verfolgung geht Dahlmeier auch als Favoritin in das dritte Einzelrennen. Selbst die Verschiebung dürfte sie nicht aus dem Konzept bringen. «Ich versuche mich wieder auf mein Rennen zu konzentrieren. Ganz, ganz wichtig wird es wieder sein, am Schießstand sauber zu arbeiten», sagte die siebenmalige Weltmeisterin. Und da ist Wind besonders hinderlich.

Bei den Männern pausiert Doll derweil über die 20 Kilometer. «Es kratzt leicht im Hals», sagte der Olympia-Dritte in der Verfolgung. Für den Schwarzwälder rückt neben Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, Massenstart-Weltmeister Simon Schempp und Erik Lesser der 26-Jährige Kühn ins Team.

«Ich fühle mich relativ fit und gesund», sagte Peiffer, der bei seiner dritten Olympia-Teilnahme erstmals für den Einzel-Wettbewerb nominiert wurde. Auch Lesser, in Sotschi schon Olympia-Zweiter im Einzel, gibt sich kämpferisch: «Ich habe noch etwas gut zu machen nach dem Verfolger.»

Schempp, der im Vorfeld von Rückenproblemen geplagt wurde, ist nach seinen Leistungen mit Platz sieben im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung «sehr positiv gestimmt». Sein Rücken hält, auch wenn der Schwabe noch immer behandelt werden muss. «Wenn man zweimal knapp davor war, dann möchte man vielleicht weiter nach vorne», sagte Schempp.





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