Die Freude am Lesen fördern
Projekt Zeitungsflirt geht mit rund 70 Grundschulklassen an den Start
Von Hermann Böttiger
Bargenstedt – Spaß am Lesen wecken und die Zeitung als interessantes Informationsmedium entdecken und erleben: Das ist das Ziel des fächerübergreifenden Projekts Zeitungsflirt, das jetzt wieder anläuft. Die Resonanz ist beachtlich: Fast 70 Grundschulklassen aus dem ganzen Kreis machen diesmal mit.
Seit Jahren engagiert sich der Verlag Boyens Medien erfolgreich für die Leseförderung und die Medienerziehung in den Schulen. Bei dem Projekt sind wieder die dritten und vierten Klassen der Grundschulen und die Unterstufen der Förderschulen eingeladen, sich mit dem Thema Zeitung auseinanderzusetzen. Vier Wochen erhalten die teilnehmenden Grundschüler täglich ihre eigene Tageszeitung, mit der sie sich im Rahmen des Unterrichts intensiv beschäftigen können.
„Die Zeitung ist vielleicht das aktuellste Schulbuch, das die Schüler in die Hand nehmen können. Sie weckt Leseinteresse, bietet Orientierung und trägt zur Meinungbildung bei“, sagte Ralf Foltz von der Firma Pro Media. Der Medienexperte stellte mehr als 50 Lehrkräften den Hintergrund, die Details und die Ziele des Projekts vor.
Verlagsleiter Klaus Böhlke bedankte sich bei den Partnern des Zeitungsflirts, die das Gesamtvorhaben unterstützen. Dies sind die Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) und die Shell Deutschland Oil Gmbh.
Ort der Auftaktveranstaltung war die KBA in Bargenstedt, mit der zusammen die AWD jüngst die Umweltschule Aladin eingerichtet hat. Hier werden Führungen, Erlebnistage und Unterrichtseinheiten mit AWD-Mitarbeitern angeboten.
Den Lehrkräften wurden bei der Veranstaltung umfangreiche Unterrichtsmaterialien ausgehändigt, die zahlreiche Vorschläge und Anregungen beinhalten, wie man das Thema Zeitung im Unterricht umsetzen kann. Chefredakteur Gerhard Wagner stellte weitere Elemente vor, die seit langem zum festen Bestandteil des Konzepts gehören.
Zum einen sind das die Besuche von beteiligten Schulklassen in der Druckerei in Weddingstedt. Dies Angebot stößt erfahrungsgemäß immer auf großes Interesse. Die riesigen Rotationsanlagen in Aktion zu sehen, ist für die Schüler immer ein Erlebnis. Zum anderen können auch Redakteure der Zeitung von den Klassen eingeladen werden, die dann über ihre Arbeit berichten und Fragen beantworten.
Offizieller Starttermin des Zeitungsflirts ist am 27. September. Dann beginnt die Lieferung der Zeitung an die Schulen über einen Zeitraum von vier Wochen. Ausgeliefert wird je nach nach Standort der Schule entweder die Dithmarscher Landeszeitung, die Brunsbütteler Zeitung, die Marner Zeitung oder der Dithmarscher Kurier. Spätester Lieferbeginn ist der 24. Januar 2011. Auf Wunsch ist auch Ferienlieferung möglich.
Anmeldungen von weiteren Schulklassen zu dem Projekt sind noch möglich.
„Unser Ziel ist es, die Freude am Lesen zu fördern und den Nutzwert der Zeitung zu vermitteln“, so Ralf Foltz. Das werde nicht nur bei der täglich erscheinenden Kinderseite deutlich, oft seien auch die lokalen Nachrichten Auslöser. Den Informationen folgen häufig Gespräche und Diskussionen, die dann insgesamt das Selbstbewusstsein der Schüler fördern. „Kindern sollen lernen, aktiv und kritisch mit Medien umzugehen.“ Die Tageszeitung bilde hier ein Schlüsselmedium.
Lehrerin Karen Kolb (St. Georg-Schule Heide), die zum zweiten Mal mit einer Klasse dabei ist, bestätigt diese Erkenntnisse. „Die Kinder reagieren sehr interessiert auf die Tageszeitung. Die Lesefähigkeit und das Leseverständnis wachsen, auch das Themenspektrum in den Diskussionen wird größer.“ Ähnliches ist von Johann Georg Beitz (Grundschule Meldorf) zu hören. „Die Schüler sind beim Thema Zeitung immer sehr motiviert.“
Zum ersten Mal dabei ist Lehrerin Martina Hardes (Fiefdörper Schule Süderhastedt). Sie ist schon ganz gespannt auf den weiteren Verlauf. „Für mich war das Mitmachen eine ganz klare Sache, weil mir meine Kollegen das Projekt sehr empfohlen haben.“


Was eine Zeitung ist, sieht man nicht nur, man spürt es auch sofort: Die Lehrerinnen (von links) Katharina Krüger, Edda Hoffmann, Anja Dethlefs, Marita Bernhardt, Sylvia Nitsche-Hinrichs und Renate Schmidt-Glenewinkel an einem Tastkasten in der Aladin-Umweltschule in Bargenstedt. Foto: Böttiger

 

09.09.2010

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