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Gutachter findet Toiletten unhaltbar
Das sagt „trapez“ zum Zustand der Meldorfer Grundschule
Von Gesine Groll
Meldorf – 250 Seiten stark ist das Gutachten zum Schulstandort Meldorf, das die Hamburger Firma „trapez“ erstellt und während der Schulverbandsversammlung kurz vor den Sommerferien vorgestellt hat (wir berichteten). Umfangreich sind die darin zusammengetragenen Fakten über Zustand und Sanierungsbedarf der einzelnen Bauwerke, die wir in loser Folge vorstellen wollen. Heute: Grundschule Meldorf, inklusive Turnhalle (siehe unten).
Die Gutachter schätzen den Sanierungsaufwand für die beiden mehr als 100 Jahre alten Backsteinbauten an der Rosenstraße grob auf 891 000 Euro. Hinzu kommen 236 000 Euro für die Turnhalle. Die Gutachter unterscheiden bei ihrer Analyse nach kurzfristig und langfristig erforderlichen Maßnahmen.
Bei den kurzfristigen gibt es zu einem Problem , das Schülern, Lehrern und Eltern schon sehr lange im Wortsinn stinkt, folgende Ansage: „Die Sanitäranlagen sind aus hygienischer Sicht unhaltbar. Abriss und Neubau.“ Auch gibt es kein barrierefreies WC in der Grundschule. Dies alles ist der Verbandsversammlung nicht neu. Im Haushalt 2009 des Schulverbandes waren für eine Sanierung der Schülertoiletten 60 000 Euro vorgesehen. Als der Verband im Juli 2009 beschloss die 50 000 Euro teure Studie zum Schulstandort Meldorf in Auftrag zu geben, wurde das Vorhaben zurückgestellt, bis ein Beschluss über Neubau oder Sanierung der Grundschule Meldorf gefasst worden ist.
Weitere kurzfristige Maßnahmen:
Sanierung der Bodenbeläge wegen zahlreicher Stolperfallen durch Belagswechsel und Niveausprünge. In Räumen mit alten Teppichböden lasse zudem die Raumluft-Qualität „sehr zu wünschen übrig“.
Stellenweiser Einbau von Trittschallschutz im Obergeschoss und von Akustikdecken in den Klassenräumen sowie Austausch der abgängigen Innentüren.
Komplettsanierung der Beleuchtungsanlage in den Klassenräumen plus energiesparender Schaltung und Steuerung.
Einbau von Sicherheitsbeleuchtung zur Kennzeichnung der Notausgänge und Rettungswege. Flächendeckender Einbau einer Hausalarmanlage.
Mauerwerk mit Erdkontakt, freilegen, abkleben, dämmen und drainfähig verfüllen. Der Sockelbereich mit Erdkontakt und teilweise auch darüber ist laut Gutachten „völlig durchfeuchtet mit Schimmelbildung“. Punktuell durchnässt sei weiteres Mauerwerk, möglicherweise durch Schäden an den Fallrohren, die – wie auch die Dachrinnen – besser zu warten seien.
Gesamtkosten diese Maßnahmen: zirka 530 000 Euro.
Langfristig empfohlene Maßnahmen betreffen den energetischen Standard, dem die Gutachter – wie auch allen anderen Gebäuden des Schulverbandes – ein „mangelhaftes Niveau“ bescheinigen. Die Fenster, 1985 eingebaut, lassen im Sommer zu viel Wärme und im Winter Kälte herein, ebenso der ungedämmte Hohlraum des zweischaligen Mauerwerkes. Heizungsanlage und Regelungstechnik sind veraltet, Heizkörper zum Teil „museumsreif“. Um eine Überhitzung der Räume zu vermeiden, sei eine „Regelung“ der Raumtemperatur häufig nur durch Öffnen der Fenster möglich, schreiben die Gutachter. Gesamtkosten hier rund 365 000 Euro. Kritisch gesehen wird die Erschließung der Grundschule, Busse können wegen der engen innerstädtischen Situation nicht vorfahren, halten deshalb am ZOB, wodurch die Fahrschüler einen zehnminütigen Fußweg in Kauf nehmen müssen.
In der Turnhalle ist es feucht und muffig
„Die sanitären Anlagen sind in einem bedauerlichen Zustand und müssen komplett ersetzt werden“, lautet auch im Falle der Grundschul-Turnhalle das unmissverständliche Urteil der Gutachter.
Für die Halle summieren sich die Kosten für die kurzfristig erforderlichen Maßnahmen auf grob geschätzte 172 000 Euro.
Mauerwerksfugen sind zu sanieren und ebenfalls der Sockelbereich des Gebäudes trocken zu legen sowie abgängige Fenster aus den 60er-Jahren und einfach verglaste Türeingangselemente zu ersetzen.
Durch die hohe Feuchtelast in den Nassbereichen, die schlechte Lüftungs-Situation und die ungedämmten Außenwände und sonstigen ungedämmten Bauteile bildet sich laut Gutachter regelmäßig Kondensat, das zu Schimmelbildung führt. Im Mädchen-Umkleideraum bestehe ein hohes Schimmelrisiko unter Holzpaneelen, was vom Gutachter kritisch gesehen wird. Wie für Bereiche der Schulgebäude hält der Gutachter auch in der Halle eine gesonderte Prüfung der Schadstoffbelastung für angezeigt.
Es wurden Stolperfallen im Linoleumbelag und im Eingangsbereich gefunden. Die Raumluft-Qualität ist schlecht. Die Gutachter empfehlen: „Die Nutzer müssen hier auf eine konsequente Lüftung der Räume achten, alternativ könnte eine mechanische Lüftung eingebaut werden.“ Es gibt keinen Schallschutz und der Prallschutz in der Halle ist unvollständig. Die Hallenbeheizung sei komplett zu sanieren.
Langfristig sollten das Flachdach es Anbaus gedämmt, Innentüren und die Beleuchtungsanlage ersetzt werden. Geschätzte Kosten hierfür: knapp 64 000 Euro.
03.09.2010 |