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Diese Ausbildungsberufe lohnen sich

Berlin (dpa/tmn) - Die Schulzeit ist vorbei, und die Suche eines Ausbildungsplatzes steht an: Für viele ist nun interessant zu wissen, was in welcher Branche verdient wird. Und von welchen Faktoren hängt es eigentlich ab, was es in welchem Job gibt. Ein paar Fakten rund um das Thema Gehalt:

Verantwortung im Beruf: Nach der Ausbildung tragen einige Berufstätige sehr viel Verantwortung. Das gilt zum Beispiel für Altenpfleger oder Fluglotsen. Ein nachlässiger Handgriff kann in diesen Berufen fatale Folgen haben. Das kann sich auszahlen, muss es aber nicht. Während ein Fluglotse durchschnittlich 67 558 Euro im Jahr verdient, bekommt ein Altenpfleger in Schnitt nur 24 657 Euro brutto. Das hat die Gehaltsdatenbank Compensation Partner ermittelt. Wichtig: Je nach Region kann der Verdienst im Einzelfall stark von diesen Durchschnittswerten abweichen.

Macht der Gewerkschaften: Wie gut ein Beruf entlohnt wird, hängt laut Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung stark von der gewerkschaftlichen Macht der Arbeitnehmer ab. «Wenn Fluglotsen knapp sind, steigen die Löhne relativ stark und über Streiks können sie höhere Gehälter fordern. Altenpfleger hingegen sind weniger gewerkschaftlich organisiert. Da wird Fachkräftemangel beklagt, aber es fehlt die Macht, bessere Löhne durchzusetzen», erklärt der Wissenschaftler.

Image und Tradition: Außerdem zählen Tradition und Image des Berufs, sagt Brenke. Manche Berufe seien traditionell schlecht bezahlt. Das gelte zum Beispiel für Frisöre, die mit 19 549 Euro Brutto-Gehalt laut der Gehaltsdatenbank Compensation Partner mit am wenigsten Geld verdienen. «Viele Dienstleistungsberufe werden traditionell eher als Frauenberufe angesehen, darum sind sie oft schlechter bezahlt», erklärt Brenke. Das Gegenteil sei der Fall bei naturwissenschaftlichen und technischen Berufen.

Arbeitsmarktsituation: Löhne sind auch Ausdruck der regionalen Marktsituation. So wird beispielsweise im Westen tendenziell immer noch mehr verdient als im Osten, und im Süden haben Berufstätige im gleichen Job oft mehr in der Lohntüte als im Norden. Die regionale Marktsituation hat einen umso stärkeren Einfluss, umso weniger Arbeitnehmer in Berufsverbänden und Gewerkschaften organisiert sind, sagt Brenke.

Duale Ausbildung: Nach einer dualen Ausbildung kann man in Einzelfällen durchaus mehr verdienen als nach einem dualen Studium. Ein Beispiel: Historiker kommen laut einer Studie im Auftrag der Online-Jobbörse Stepstone im Schnitt auf 31 167 Euro Jahresgehalt. Ein Logistiker kommt im Schnitt hingegen auf knapp 9000 Euro mehr im Jahr, zeigt eine Statistik von Compensation Partner.

Top-Gehäler : Die Spitzenverdiener unter den ehemaligen Auszubildenden sind Fluglotsen und Piloten mit mehr als 60 000 Euro im Jahr, zeigt die Statistik der Gehaltsdatenbank. Berufe im Bereich Kundenservice und Logistik werden mit mehr als 39 000 Euro entlohnt.

Niedrigverdiener: Frisöre, Kosmetiker, Kellner und Zahnarzthelfer bekommen hingegen die niedrigsten Gehälter mit weniger als 21 000 Euro jährlich. Auch Pflege-Personal wird schlechter entlohnt: Angestellte verdienen im Durchschnitt 24 657 Euro brutto pro Jahr.

Schlechte Tarife: Arbeitgeber in der Altenpflege sind häufig private Konzerne ohne Tarifbindung oder mit eigenen Konzerntarifen, erklärt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Gespart werde da beim Personal: «Die Stundenlöhne für Fachpflegekräfte in diesen Bereichen liegen nur knapp über dem geltenden Mindestlohn», sagt die Sprecherin des Berufsverbands. «Für beruflich Pflegende mit Altenpflegeausbildung sind zudem die Wechselmöglichkeiten und die Aufstiegschancen relativ gering.

Verdienst ist nicht alles: Nicht nur das Gehalt spielt bei der Ausbildungswahl allerdings eine Rolle, erklärt Karl Brenke. «Viele entscheiden sich für einen Beruf, den sie aus dem Alltagsleben oder der Verwandtschaft kennen», sagt der Wirtschaftsexperte. Die Perspektive nach dem Abschluss sei Auszubildenden ebenfalls wichtig, daneben spielen der Arbeitsort und der Einfluss der Eltern eine Rolle. Und natürlich am wichtigsten: Wo liegen die eigenen Talente?

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