- Beruf Bildung -

Azubis sollten Digitalisierung im Job mitdenken

5. Januar 2017 · 04:39 Uhr

Bonn (dpa/tmn) - Digitalisierung - für Arbeitnehmer ist das häufig ein Begriff, der ihnen Sorgen macht. Auch junge Menschen haben bei der Berufswahl oft die Frage im Hinterkopf: Gibt es diesen Job in zehn Jahren überhaupt noch? Oder wird er dann von einer Maschine gemacht?

Innovationscoach und Buchautor Jens-Uwe Meyer warnt: «In bestimmen Bereichen wird es zukünftig weniger Arbeitsplätze geben.» Die Arbeitsplätze, die es dann geben wird, werden deutlich höhere Anforderungen haben. Daher sollten Jugendliche die Digitalisierung bei der Berufswahl durchaus mitdenken.

«Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man bestimmte Berufe, die einen interessieren, gar nicht mehr anfängt», sagt er. Wichtig sei es stattdessen, bereits während der Ausbildung auf ein breites Themenspektrum zu achten. Auch bei der Wahl des Ausbildungsunternehmens sollten Jugendliche Wert darauf legen, dass dort bereits sehr digital gearbeitet wird. «Es reicht heute nicht, das zu lernen, was ältere Mitarbeiter zu Berufsbeginn gelernt haben», sagt Meyer. Auszubildende sollten sich fragen: «Ist das, was ich hier lerne, noch zeitgemäß?»

Von der Digitalisierung sind vor allem einfache Tätigkeiten mit geringer Komplexität betroffen. «Alles, was komplexer ist, lässt sich schwieriger durch Algorithmen ersetzen», sagt Meyer. Wirklich konkret voraussagen, welche Jobs in Zukunft wegfallen könnten, lässt sich aber nicht.

«Ich bin sehr zögerlich, wenn es darum geht zu sagen, welche Berufe es zukünftig nicht mehr gibt», sagt auch Prof. Reinhold Weiß vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Er rät daher davon ab, sich bereits vor dem Berufsstart bei der Berufswahl ausschließlich von dem Gedanken an eine mögliche Digitalisierung lenken zu lassen.

«Der Ausbildungsberuf muss heute nicht mehr Lebensberuf sein», erklärt er. Das heißt, mit einer Ausbildung haben Berufstätige immer die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Spezialisierung nach einer Ausbildung mit Blick auf Interesse und Neigung sowie Weiterbildungen seien das Entscheidende. Ein Berufsleben verlaufe heutzutage nicht mehr statisch - technische Entwicklungen sollten daher eher als Chance begriffen werden.

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