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Drei Sorgen rund um die Elternzeit - und wie man sie löst

Hamburg (dpa/tmn) - Beim Gang in die Elternzeit begleitet viele Berufstätige nicht nur die Vorfreude auf das Kommende, sondern auch manche Angst. Auch die Stellvertreter sind meist nicht ohne Sorgen. Drei Schwierigkeiten rund um die Auszeit - und wie man sie souverän löst. Die Karriereberaterin Hanne Bergen aus Hamburg gibt Tipps:

Wie gut soll man die Einarbeitung der Vertretung gestalten?

«Sehr gut», sagt Hanne Bergen. Eine gute, ausführliche Übergabe an den Stellvertreter sei ein Muss. Das gilt auch, wenn man Angst davor hat, dass der Vertreter so gut ist, dass er einen ausbooten könnte. Deshalb denjenigen schlecht einzuarbeiten, sei keine gute Strategie. Viel wichtiger sei, während der Auszeit in der Firma im Gespräch zu bleiben. So kann man zum Beispiel mit dem Chef vereinbaren, dass man sich hin und wieder per E-Mail über Neues im Betrieb austauscht, man kann sich mit Kollegen zum Mittagessen treffen oder bei Firmenfeiern dabei sein. Guten persönlichen Kontakt zu halten und inhaltliches Interesse zu zeigen, sei wesentlich effektiver, um seinen Platz in der Firma zu wahren.

Wie vertritt man einen Überflieger im Job?

Für den Stellvertreter unangenehm ist es, wenn derjenige, der in Elternzeit geht, rund um die Uhr arbeitet und immer 150 Prozent gibt. Wie kann man so jemanden vertreten? Es bringe nichts, dem Vorgänger nachzueifern, sagt Bergen - dabei könne man nur verlieren. Besser sei es, eine eigene Note zu setzen. Stellvertreter könnten zum Beispiel schauen: Was konnte der oder die andere nicht so gut - und womit kann ich deshalb punkten? Das Ziel sollte sein, mit eigenen Schwerpunkten dem Vorgesetzten in Erinnerung zu bleiben.

Und was ist bei der Rückkehr aus der Elternzeit wichtig?

War der Stellvertreter nicht so gut, ist das Team in der Regel froh, dass man aus der Auszeit zurück ist. Doch was, wenn er richtig tolle Arbeit geleistet hat und alle traurig sind, dass er geht? Viele Rückkehrer seien dann stark verunsichert und gingen eher zu aggressiv vor, sagt Bergen. Das komme im Team meist nicht gut an. Die Expertin rät, für alle sichtbar ebenfalls Anerkennung für den Stellvertreter auszusprechen. Gleichzeitig sollte man auf keinen Fall infrage stellen, dass man nun wieder da ist. Statt beleidigt zu sein, sollte man sich konstruktiv anschauen, was der Stellvertreter geändert hat - und zumindest einen Teil der Veränderungen erst einmal beibehalten. Gleich alles rückgängig zu machen, komme meist nicht gut an.

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