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Wirksame Tipps: So gelingt ein souveräner Vortrag

Büsum (dpa/tmn) - Ein überzeugender Vortrag braucht mehr als nur gute Argumente. Auch eine angenehme Stimmlage, eine ruhige Stimmführung sowie eine souveräne Körpersprache sind entscheidend.

«Ganz klar, eine gute Vorbereitung gehört zwingend dazu», sagt Stimm- und Sprechtrainer Frederik Beyer. Er gibt ein paar Tipps, was Redner vor und während des Vortrages beachten sollten.

Das Ziel: Im ersten Schritt ist die inhaltliche Struktur wichtig. «Machen Sie sich das Hauptziel ihres Vortrages klar», rät Beyer. Dieser Kernaussage sollte der Redner die anderen Inhalte, Zitate, Anekdoten und Fakten dann unterordnen. «So können Sie sich ihre Rede leichter strukturieren und entscheiden, was wirklich für den Vortrag wichtig ist.» Insgesamt gilt: In der Kürze liegt die Würze. Statt eines ausformulierten Textes empfiehlt Beyer außerdem, nur Stichwörter zu notieren - und zwar nach dem Baukastenprinzip. «Ein frei gehaltener Vortrag wirkt immer lebendiger als ein abgelesener Text.» Ausnahme: Es geht um Zitate oder nacherzählte Geschichten. Sie sollten Redner ablesen, damit der Wortlaut stimmt.

Die Wirkung: Wer einen Vortrag üben will, sollte dies nicht vor dem Spiegel tun. «Denn keiner kann gleichzeitig präsentieren und analysieren. Am Ende verunsichert sich der Redner dadurch nur selbst», sagt Beyer. Besser ist es hingegen: «Zeichnen Sie ihren Vortrag vorher per Smartphone oder mit einer Videokamera auf», rät Beyer, der seit fast zehn Jahren Unternehmer und Führungskräfte coacht. Der Vortragende kann bei den Aufzeichnungen unterschiedliche Pausenlängen, Betonungen und Geschwindigkeiten ausprobieren und sehen, wie er die beste Wirkung erzielt. Da der Blick auf die eigene Leistung bei vielen besonders kritisch ist, rät Beyer, sich einige Zeit vor der Präsentation auch eine Rückmeldung von guten Freunden oder vertrauten Kollegen zu holen.

Die Stimme: Eine warme, angenehme Stimmlage und eine ruhige Stimmführung wirken souverän. «Damit die Stimme fit bleibt, ist auch eine Stimmhygiene wichtig», sagt Beyer. Das heißt: Unmittelbar vor und während des Vortrags ausreichend trinken. Am besten stilles Wasser, Ingwer- oder Kamillentee. Weniger empfehlenswert ist Wasser mit Sprudel: «Das kann zum Aufstoßen führen.» Kaffee und Tee können den Hals austrocknen. Zusammen mit Milch kann er dann sogar verschleimen. Auch Nüsse oder Knäckebrot sind direkt vor einer Rede nicht ratsam. «Der Redner könnten sich daran verschlucken», warnt er. Auch von Lutschpastillen mit Menthol rät er ab. Sie können die Schleimhäute angreifen.

Die Nervosität: Wer dazu neigt, aufgeregt zu sein, sollte einige Zeit davor etwas Energie abbauen - etwa ein paar Treppen steigen oder herzhaft lachen. Während des Vortrages lohnt es nicht, gegen die Nervosität zu kämpfen. «Das macht die Angst nur größer», sagt er. Besser ist es, wenn man das Lampenfieber ummünzt. Also das wilde Herzklopfen als Freude umdeutet, dass man gleich etwas wichtiges erzählen kann.

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