Blitzlichter
Wirtschafts-, Politik- und andere Spot(t)s von Hartmut Tamcke
aus den Ausgaben vom Nord- und Süd-Anzeiger

Mit folgenden Themen aus der aktuellen Ausgabe:

Vorsicht, es stinkt

Eigentlich müsste diese Warnung überflüssig sein: Wenn Spielzeug komisch riecht, sollte man es nicht in Kinderhände geben, es könnte Giftstoffe oder zumindest schädliche Stoffe enthalten. Dass diese Warnung aber jetzt wieder vom BUND ausgesprochen wurde, zeigt, dass es noch immer Hersteller gibt, die verbotene Substanzen bei der Produktion von Kinderspielzeug einsetzen und so das Leben und die Gesundheit derer gefährden, die eigentlich Spaß mit den Dingen haben sollten, die die Gefahr in sich tragen. Der BUND warnt übrigens vor Augenwischerei: Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel, sie sagt nur aus, dass das Produkt den EU-Richtlinien entspricht - was allerdings nicht heißt, dass das auch durch unabhängige Stellen geprüft wird.

10 Prozent

Politiker sind schnell bei der Sache, wenn es darum geht, eine neue Armut abzuwiegeln, alles dafür zu tun, diesen Begriff in das Reich der Fantasie von Dauerpessimisten zu verweisen. Vielleicht sollten sie einmal den „stern“ (9/2009) lesen, dort gibt es als „Zahl der Woche“ eine „10“. Und die zeigt Prozente an: Zehn Prozent der 15- bis 24-jährigen Deutschen leben nämlich von Hartz IV. Und wenn das kein deutlicher Hinweis auf eine neue Armut ist, dann sollte man den Politikern einmal die Frage stellen, wie sie dann den Begriff „neue Armut“ erklären wollen. Und bei der Suche nach Ausreden sollten sie daran denken, dass die zehn Prozent nur die Spitze des Eisberges sind, denn viele junge Menschen gehen nicht in die Sozialämter, um sich durch Hartz IV zu versorgen, sie sind auf der Straße und bitten dort um Almosen.

Geister, die ich rief

Die Rechnungen kommen prompt: Wer in Geschehen eingreift, der muss damit rechnen, dass er irgendwann darunter zu leiden hat. So die Chinesen: Dort versinkt Peking zurzeit im Schnee, ein Umstand, den es äußerst selten gibt. Klimaforscher aber vermuten, dass das mit Wettermanipulationen zu tun hat, die die Chinesen vorgenommen haben sollen: Weil drei Monate lang eine Trockenperiode mindestens 12 Provinzen heimsuchte, wurden Wetterraketen abgeschossen, die mit Silberjod Regen auslösen sollten. Es soll gewirkt haben. Aber da sind dann noch die Risiken und die Nebenwirkungen: Die chemische Manipulation des Wetters hat in Peking zum Schneefall geführt. Man sollte vielleicht auch in China öfters mal die Beipackzettel lesen.

Fast Schlusslicht

Dithmarschen ist fast das Schlusslicht - allerdings nur in der Kriminalitätsstatistik, die kürzlich vorgestellt wurde. Mit nur 6729 Fällen wird Dithmarschen nur von Plön und dem Kreis Schleswig-Flensburg unterboten. Spitzenreiter in der Tabelle der Kriminalitätsfälle ist Neumünster mit 14213 Fällen, gefolgt von Lübeck (14104 Fälle) und Kiel (12551 Fälle). Neumünster hat auch im bundesweiten Vergleich der Kriminalstatistiken einen unrühmlichen Spitzenplatz: Dort liegt die kreisfreie Stadt auf Platz neun von 429 verglichenen Stadt- und Landkreisen.

Einheitlicher Saft

Jeder, der ein neues Handy bekommt, der ärgert sich: Mit dem neuen Gerät kommt auch ein neues Ladegerät - ein anderes, das natürlich nur an das neue Handy passt. Damit soll es jetzt vorbei sein. Die EU-Kommissare haben die Hersteller davon überzeugt, die Handys mit einheitlichen Ladegeräten auszustatten. Das ist - nach vielen unverständlichen Dingen, die aus Brüssel gekommen waren - endlich einmal eine gute Entscheidung.

25.02.2009




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