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Die Sucht des Schlankheitswahns
Bulimie ist eine ernstzunehmende Krankheit
Dithmarschen
– Ess-Störungen. Im November 2009 gab es Schlagzeilen über das Model Ana Carolina Reston die mit 21 Jahren an den Folgen einer Infektion, die durch Magersucht ausgelöst wurde, starb. Reston habe zuletzt bei einer Körpergröße von 1,74 Metern nur noch 40 Kilogramm gewogen. Schon mit 13 Jahren hatte sie angefangen, als Model zu arbeiten und stand bei Modeltopfirmen unter Vertrag. Doch es sind nicht nur Models die magersüchtig sind. Schaut man sich um, sieht man mehr Erkrankte als man glauben mag: Die Sitznachbarin in der Schule, die Verkäuferin auf dem Markt, das Gesicht der Werbekampagne in der Zeitschrift beim Arzt.Die Ess-Störungen sind weder eine vorübergehende Pubertätskrise noch ein Modetick. Es sind ernstzunehmende Krankheiten. Die körperlichen Folgeschäden können gravierend sein.
„Häufig sind es junge Menschen mit dem Wunsch, ein Ideal zu erfüllen, oder Leistungssportler, die ihren Körper von klein auf unter Kontrolle haben und unter ständigem Erfolgsdruck stehen“, sagt Stefanie Schiller, Vertrauenslehrerin des WHG. Es kommt so vor, als wären Ess-Störungen eine Krankheit der modernen Wohlstandsgesellschaft. Doch schon im 17. Jahrhundert hatte der freiwillige Nahrungsverzicht einzelner Personen, das Interesse der Öffentlichkeit gefunden. Es war von Fastenwundern und Hungerkünstlern die Rede.
Fakt ist, dass Models in den vergangenen Jahren immer dünner geworden sind und von Modemachern als Schönheitsideal zelebriert werden. Mädchen, die nach der Perfektion streben, orientieren sich an diesen Models und wollen auch so aussehen. Doch wieso werden sie immer dünner? Wie können die Modemacher junge Mädchen buchen, die halb verhungert und abgemagert sind? Wenn man sie mit den Models aus den fünfziger Jahren vergleicht, sehen letztere fast pummelig aus. Zeitschriften und Modemacher müssten aus ihrem Schlankheitswahn erwachen. Jedes Jahr sterben Hunderte an den Folgen ihrer Ess-Störung.
Clara Winter, UIII d, Werner-Heisenberg-Gymnasium
8. Februar 2010 |