Von der Schul-Lust zum Schul-Frust
Anstrengender Alltag der G8-Schüler
Dithmarschen – Während ältere Geschwister morgens mit den Eltern diskutieren was es zum Mittag gibt, beginnt für G8-Schüler ein langer und anstrengender Schultag.
7.40 Uhr: Englischunterricht. Gerade haben sich die Schüler auf die englische Sprache eingestellt, da kommt auch schon die zweite Fremdsprache dazu. Einige kommen damit schon mal durcheinander.
13 Uhr: Die Schulglocke läutet. Endlich geschafft. Die letzte (6.) Stunde ist vorbei. Ab nach Hause. Aber das gilt nicht für alle Schüler. In der Mensa herscht Hochbetrieb. Den G8-Schülern soll ein warmes Mittagessen serviert werden. Währenddessen sitzen andere Schüler zu Hause und haben es gemütlich. Der Schulranzen ist bereits in der Ecke verschwunden.
14.30 Uhr: Ab zum Sport! Für G8-Schüler unmöglich, denn ihnen rauchen die Köpfe und die letzte Unterrichtsstunde ist noch fern.
16 Uhr: Ausgelassen und gut gelaunt nach dem Sport kann ich lernen und Hausaufgaben machen, bevor es Abendbrot gibt, schließlich sind noch zwei Stunden Zeit. Die G8-Schüler kommen erschöpft und mit einem Berg voller Hausaufgaben nach Hause.
18 Uhr: Abendbrot als Abwechslung zum anstrengenden Schulalltag. Und danach ein Buch lesen oder die Lieblingsserie anschauen, das denkt sich vielleicht ein G9-Schüler, der seine Hausaufgaben schon gemacht. Für G8-Schüler steht Lernen auf dem Programm.
Geht man zur Schlafenszeit in die Zimmer von G8-Schülern, sieht man meist das Vokabelheft vor der Nase. Und anstatt sich am Wochenende von der Schule zu entspannen, wird beim Kaffeekränzchen wieder gepaukt. Am Tagesablauf eines G8-Schülers wird deutlich, dass die Schule im Mittelpunkt steht, dafür aber Familie, Freunde und Hobbies zurückstehen müssen. So ist es nicht erstaunlich, dass für manchen Schüler die Schul-Lust zum Schul-Frust wird. Bei 34 Wochenstunden in der 6. Klasse wird das Maß, das die Schüler aufnehmen können, überschritten. Um den Stoff zu vertiefen, muss zu Hause geübt werden, und dies bedeutet lernen, lernen und nochmals lernen. Zwar gehen die Kinder in anderen Ländern auch von morgens bis abends in die Schule, jedoch haben die Schüler nach Schulschluss auch wirklich Freizeit. Hausaufgaben und Sportaktivitäten sind schon erledigt. Gegen solch ein System hätte wohl keiner etwas.
Jana Werner, UIII d, Werner-Heisenberg-Gymnasium

8. Februar 2010