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Die Windenergie nutzen
Offshore-Anlagen werden vor der Küste geplant
Von Leif Peters
Büsum
– In den 80er-Jahren hat der Aufbau der Windkraft im Binnenland begonnen, 1991 wurde das erste Einspeisegesetz für Erneuerbare Energien verabschiedet. Durch den Boom der Windkraftanlagen wurden die Standplätze auf dem Land knapp. Deshalb werden jetzt auch Anlagen auf dem Meer gebaut.Die anfängliche Euphorie wurde durch hohe Kosten schnell zerstört: Ein Offshore-Windpark kostet rund das Doppelte eines Onshore-Windparks. Die hohen Kosten entstehen hauptsächlich durch die Fundamente und die erschwerten Aufbaubedingungen. Auch sind die Aggregate aller Offshore-Windkraftanlagen doppelt ausgelegt, damit bei einer Störung und schlechten Witterungsverhältnissen die Anlage nicht ausfällt.
Trotzdem sind in Europa aktuell Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 1012 Megawatt installiert. Der größte Anteil entfällt mit 600 Megawatt auf Dänemark und Großbritannien. Die dänische Regierung will bis 2030 sogar rund 35 Prozent des Strombedarfs über Windkraftanlagen decken. Heute sind es bereits 20 Prozent.
Die Einspeisevergütungen schwanken in Europa stark. Die ermittelte Rendite in Deutschland liegt deutlich hinter denen anderer Länder. Hierbei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass die deutschen Projekte aufgrund der anspruchsvolleren geographischen Bedingungen höhere Risiken beinhalten. In Deutschland wurde die Vergütung für Offshore-Windenergie für die ersten zwölf Jahre auf 15 Cent pro Kilowattstunde festgesetzt. Die Bundesregierung geht in ihrer Offshore-Strategie davon aus, dass bis zum Jahr 2030 25 000 Megawatt Windkraftleistung im Meer realisiert werden können. Zusammen mit den Windparks an Land könnten dann 25 Prozent des Stroms allein durch Windkraft entstehen. Für ganz Europa hat eine Arbeitsgruppe im Auftrag der EU-Kommission das Offshore-Wind-Gesamtpotenzial auf zirka 140 000 Megawatt geschätzt.
Damit ist klar, dass Offshore-Anlagen einen wichtigen Beitrag zur künftigen Klimapolitik und zu einer nachhaltigen Energieversorgung der Bundesrepublik und Europa leisten können. Die in Deutschland für Offshore-Windkraft infrage kommenden Flächen liegen überwiegend in der „Ausschließlichen Wirtschaftszone“ vergleichsweise weit von der Küste entfernt. Einerseits ist dies eine Folge von Naturschutzinteressen. Andererseits wird das Meer bereits intensiv genutzt durch Schifffahrt, Fischerei und Marine. Nicht zuletzt berücksichtigen Projektplaner touristische Interessen und planen in der Regel mehr als 30 Kilometer vor der Küste. In diesen Meeresbereichen ist das Wasser mehr als 25 Meter tief. In Nord- und Ostsee werden bis 2030 Windparks mit 25 000 Megawatt-Leistung installiert. Ihre Stromproduktion würde mehr als 15 Prozent des deutschen Strombedarfs decken.
02. März 2010 |