Normal oder schon zwanghaft?
Kaufsucht und seine Wirkung
Hemmingstedt – Schon wieder steht sie mit zehn Einkaufstaschen im Flur und weiß gar nicht so richtig, was sie damit überhaupt anfangen soll. Aber dieses Verlangen nach neuen Sachen ist erst einmal gestillt.
Wer weiß wann es wieder kommt, heute, morgen?
Es gibt immer mehr Menschen, die die sogenannte Kaufsucht haben oder gefährdet sind. Gerade in der Weihnachtszeit wurde viel gekauft, dann kann man schnell dem Zwang verfallen.
Denn Kaufsucht ist keine normale Krankheit, sondern ein Spektrum der Zwangskrankheit. Man kann sie vergleichen mit Essstörung oder Spielsucht. „Von einer Zwangserkrankung sprechen wir dann, wenn ein Patient massiv leidet und sein normales Leben beeinträchtigt ist. Er empfindet sein Verhalten als unsinnig, kann sich aber nicht dagegen wehren“, sagt Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, Leiter der Abteilung Neurophysiologie und der Zwangsambulanz der Psychiatrischen Klinik der LMU München.
Kaufsucht ist ein weit verbreitetes Phänomen. Fünf Prozent aller Erwachsenen sind stark und 20 Prozent deutlich kaufsucht-gefährdet. Doch nicht jeder, der gefährdet ist, ist schon gleichzeitig kaufsüchtig. Die Grenze zwischen einem Frustkauf und der Kaufsucht liegt in dem immer wiederkehrenden Drang, Dinge zu kaufen, die man nicht wirklich benötigt.
Beim Kaufen erlebt der Betroffene, beachtet und umworben zu werden. Er fühlt sich kurzfristig aufgewertet, sein Selbstwertgefühl steigt. Die Stimmung hellt sich kurzfristig auf wie eine Droge.
Doch meistens landen die gekauften Sachen unausgepackt im Schrank, oder werden kurze Zeit später in den Müll geworfen.
Wer wissen will, ob er kaufsüchtig ist oder nur aus Frust kauft, der kann einen Test machen, der im Internet angeboten wird:
palverlag.de/Psychotest-Kaufsucht
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Aber keine Sorge: Kaufzwang ist heilbar, indem man psychotherapeutische Unterstützung zur Rate zieht.
Bericht: Jana Sommerfeld und Lasse Blümke

03. März 2010