In zwei Wochen zum Führerschein
Fahrschulen bieten Vollzeitkurse für Traktorenlizenz
Von Johann Gustav Voss, Klasse 10 a, Nordsee-Gymnasium Büsum
Büsum
– Für viele Jugendliche auf dem Lande stellt sich mit dem 16. Lebensjahr die Frage, ob sie an einer Führerscheinprüfung für die Klasse T teilnehmen oder nicht. Allerdings haben sie wegen der Schule oder der Ausbildung wenig Zeit. Deshalb werden sogenannte Vollzeitkurse in den Ferien immer gefragter.
In der landwirtschaftlichen Lehre ist der Führerschein sozusagen ein Muss und auch andere Jugendliche brauchen ihn, um in ihrer Freizeit auf dem elterlichen Betrieb zu helfen. Einige Fahrschulen, unter anderem die Deula in Rendsburg, bieten deshalb die Vollzeitkurse an, die eineinhalb bis zwei Wochen dauern. Zu der Fahrschule gehören ein Internat und eine Kantine. Die Kosten für die Übernachtung und die Verpflegung belaufen sich bei etwa 120 Euro pro Woche.
In den letzten Herbstferien nahmen 25 Jugendliche aus ganz Schleswig-Holstein an einem Kurs teil. Bei Kursbeginn wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine hatte vormittags Theorieunterricht und nachmittags praktischen Unterricht und die andere umgekehrt.
Der Theorieunterricht wurde von den Lehrern per Power Point Präsentation und in nachfolgenden Gesprächen durchgenommen. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer Unterrichtsmaterial zum eigenständigen Arbeiten. Der Lernstand jedes Einzelnen wurde stets mit einem morgendlichen Test abgefragt. Obwohl abends im Internat immer bis spät in die Nacht ,,gebüffelt“ wurde, hatten einige Jugendliche Probleme bei den Verkehrsregeln und einige missachteten immer wieder die Vorfahrt.
Bevor es nachmittags an die zweite Runde beim praktischen Unterricht ging, wurden die Schlepper zunächst gemeinsam bei der sogenannten Abfahrkontrolle auf Fahrtauglichkeit überprüft. Beim anschließenden Fahren hatten alle Jugendlichen das Gefühl, gut an den Verkehr herangeführt zu werden. Denn für einige war das Fahren im Stadtgebiet Rendsburg eine ganz neue Erfahrung. Fast alle Teilnehmer kamen aus ländlichen Gebieten ohne viele Ampeln, Tunnel und enge Straßen.
Die letztlich entscheidenden Stunden kamen am Tag der Prüfung. Trotz der guten Vorbereitung fielen zwar einzelne Teilnehmer durch, aber die meisten bestanden den ersten Teil erfolgreich. Die praktische Prüfung erfolgte in Rendsburg. Der Pkw mit dem Fahrlehrer und dem Prüfer fuhr vor dem Schlepper und wenn alles gut verlaufen war, bekam man dann den Führerschein ausgehändigt.

04. März 2010