Brunsbüttel

Arbeitsgruppe zur Elbefähre hofft auf neuen Cuxhavener Bürgermeister

Die Arbeitsgruppe „Bündnis Elbefähre“ verbindet mit dem neuen Cuxhavener Bürgermeister große Hoffnungen. Dieser gilt als Befürworter einer Elbefähre. 

Um die Elbefähre ist es ruhig geworden: Nachdem die Elbferry Gesellschaft, die zwischenzeitlich in Green Elbferry GmbH umbenannt worden war, den anvisierten Neustart im Mai verpasst hat, scheint das Thema vergessen.

Von der politischen Agenda ist eine mögliche Wiederbelebung der Linie zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven schon lange verschwunden. Für das Land Schleswig-Holstein, so scheint es, ist die Fähre von nur geringem Interesse. In Brunsbüttel würden sich Politik und Wirtschaft zwar freuen, wenn eine Verbindung zustande käme, doch selbst aktiv werden sei keine Option, heißt es.

Einzig die Arbeitsgruppe „Bündnis Elbefähre“, die Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken im Sommer ins Leben gerufen hat, hält noch tapfer die Stellung. Sie setzt sich aus Privatleuten zusammen, die für die Wiederaufnahme eines Betriebes eintreten. Nach ihren Willen soll von Beginn an ein durchdachtes Konzept erarbeitet werden, um die Verbindung auf sichere Füße zu stellen. Bereits einige Male ist die Arbeitsgruppe zusammengekommen. „Wir haben jetzt einen offenen Brief an Uwe Santjer verfasst und fordern ihn auf, einen Runden Tisch zu dem Thema zu organisieren“, sagt Dr. Geffken. Der Sozialdemokrat Uwe Santjer ist seit Anfang November neuer Bürgermeister in Cuxhaven und gilt als Befürworter einer Fährverbindung. Das neue Stadtoberhaupt soll nach dem Willen des Arbeitskreises zu dem Treffen unter anderem die Kreistage aus Dithmarschen und Cuxhaven sowie die jeweiligen Landräte und die Kommunalpolitiker aus Brunsbüttel und Cuxhaven einladen. Das Bündnis begründet seine Forderung damit, dass die Öffentlichkeit nach wie vor ein großes Interesse an einer regelmäßigen Verbindung zwischen den beiden Bundesländern habe und leitet daraus eine Verantwortung der öffentlichen Hand ab.

Sie muss nicht zwingend als Betreiberin der Linie auftreten, aber: Sie sollte zumindest die Sache begleiten und moderieren“, so Dr. Geffken. Denn die öffentliche Hand habe Möglichkeiten, die einem Arbeitskreis von Privatpersonen nicht zur Verfügung stehen und könne so das Vorhaben schneller voranbringen. „Was gar nicht geht ist, wenn die Politik, wie aktuell, einfach nur daneben steht und zuguckt.“ Auch immer wieder nach einen privaten Investor zu rufen, sei zu wenig. „Es ist dreimal schief gegangen. Sollte es wieder nicht klappen, dann wird das öffentliche Interesse verschwinden.“ 

Für den Juristen und seinen Mitstreiter ist es allerdings kein Tabuthema, dass der Staat den Fährbetrieb selbst in die Hand nimmt. „Es ist kein Ding der Unmöglichkeit, man braucht nur einen Blick auf die Weser-Fähre Bremerhaven/Nordenhamm werfen. Die Fähre schreibt rote Zahlen, aber es gibt niemanden, der ihre Aufgabe fordert.“ Nordenham und Bremerhaven sind die Gesellschafter der Weserfähre GmbH, die jährlich ein Minus von rund 800 000 Euro schreibt. 

Uwe Santjer, der heute seit fünf Tagen im Amt ist, hat auf den offenen Brief noch nicht geantwortet. Dr. Rolf Geffken geht davon aus, dass der Runde Tisch ins Leben gerufen wird. Für den Fall, dass es anders kommt, hat er auch einen Plan B: „Wir werden in dem Fall mit unserem Arbeitskreis weitermachen und für die Fähre werben. Es wird jedoch langsamer vorangehen und mühseliger sein.“