Heide

Axel Peters legt sein Mandat nieder

Wechsel in der AfD-Fraktion des Kreistages: Axel Peters hat sein Mandat niedergelegt. Sein Nachfolger ist Udo Herbst. Peters war von der Kreispräsidentin zum Mandatsverzicht aufgefordert worden.

Peters hatte verschiedene Beiträge in sozialen Netzwerken geteilt. Deren Inhalte seien eines Abgeordneten des Dithmarscher Kreistages unwürdig, hatte Borwieck-Dethlefs (CDU) ihm daraufhin vorgeworfen. Unter anderem geht es um die Leugnung oder Relativierung des Holocaust sowie die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Die Mehrheit der Kreistagsfraktionen habe hinter ihrem Appell zum Mandatsverzicht gestanden, sagte die Kreispräsidentin.

„Die Vorwürfe sind rechtlich nicht haltbar und daher nicht nachvollziehbar“, sagte am Montag der AfD-Fraktionsvorsitzende Mario Reschke. Der Wechsel in der Kreistagsfraktion sei bereits vollzogen worden. Die Gründe für den Schritt von Axel Peters wolle er nicht kommentieren, so Reschke. Nachrücker ist Udo Herbst. Der Nordhastedter stand zur Kommunalwahl 2018 auf Listenplatz vier der Alternative für Deutschland (AfD). Auf dem dritten Listenplatz war Rolf von Rhein, der die Fraktion in diesem Sommer jedoch verlassen hat.

Axel Peters sieht sich durch die Vorwürfe in ein falsches Licht gerückt. „Das bin ich nicht“, sagte der Meldorfer am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich bin ein liberaler Mensch und gehöre nicht zum rechten Flügel der AfD.“ Dass er die besagten Beiträge geteilt hat, sei „unglücklich gelaufen“, so Peters. Rückblickend „finde ich sie selbst fragwürdig“. Er habe die Beiträge nicht geliked, sondern lediglich geteilt, fügte er erklärend hinzu. Nach dem Motto „guckt mal“ habe er andere Nutzer darauf aufmerksam machen wollen.

Doch so einfach ist das nicht. Wer einen Beitrag in den sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook mit „gefällt mir“ markiert, gibt ihm ausdrücklich eine positive Bewertung. Wer einen Beitrag teilt, verschafft ihm damit jedoch automatisch eine größere Reichweite. Wer mit dem Inhalt nicht einverstanden ist oder gar davor warnen will, der kommentiert das beim Teilen entsprechend. Wenn das nicht geschieht, ist das eher als Zustimmung zu verstehen. Wenn Axel Peters nun behauptet, die Verlautbarungen lediglich wertfrei geteilt zu haben, ist das zumindest zweifelhaft. Vollkommen unglaubwürdig wird die Argumentation allerdings, wenn er – wie das der Fall war – den Beitrag eines Nutzers teilt, dessen Profilbild ein Hakenkreuz ist.

Typisch für die AfD ist es, dass sich die Mitglieder nach Entgleisungen – entweder verbal oder im Internet – in der Opferrolle sehen. Das ist auch bei Axel Peters der Fall. Der Meldorfer sagte: „Ich muss mich so darstellen lassen, wie ich nicht bin und kann mich nicht wehren – da höre ich lieber auf.“