St. Michaelisdonn aktualisiert

Begegnung mit dem Wolf

Diesen Ausritt mit ihrem Pferd wird Ulrike Thies nicht so schnell vergessen. Als sie am Donnerstag in Christianslust unterwegs war, begegnete sie dem Wolf.

Zwischen vier und fünf Mal die Woche reitet Thies mit ihrem Pferd durch den Wald. Dass sie den Wolf dieses Mal sah, sei Zufall gewesen, so die 29-Jährige. Ein Reh habe ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie habe ihm nachgesehen und ihren Blick ausnahmsweise in den Wald hinein gerichtet, während sie sonst nur nach vorne auf den Weg sah. Zwischen den Bäumen stand dann das Raubtier. „Ich bin erst mal normal weiter geritten“, schildert Thies. Dann drehte sie sich und ihr Pferd aber doch noch einmal um. Dieses Mal stand der Wolf auf dem Weg. „Er sah uns an und wir ihn“, so die Reiterin. „Aufregung war schon da, mein Herz schlug schneller.“ Schließlich begegne sie nicht jedem Tag dem Wolf. „Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich zu Fuß unterwegs gewesen wäre.“ Ihr Pferd, das 1,70 Meter groß ist, sei sehr ruhig, und auch das Aufeinandertreffen mit dem ungewohnten Waldbewohner versetzte es nicht in Aufregung. Fotos von der Begegnung konnte sie leider nicht machen. Dazu war unter anderem das Tier zu weit entfernt. Dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement will sie die Begegnung noch melden.

Am Anfang, als zum ersten Mal darüber berichtet wurde, dass sich ein Wolf in der Region aufhalte, habe sie schon daran gedacht, dass eine Begegnung möglich sei, so Thies. Trotzdem kam dieses Zusammentreffen nun unerwartet und zu einem Zeitpunkt, als sie nicht damit rechnete. „Die Chance ihn wiederzusehen, ist auch gering“, ist sie überzeugt. Aber sie überlege doch, ob sie künftig alleine und zu Fuß in den Wald gehe.

Wer einem Wolf begegnet, wird gebeten, sich beim Land zu melden. Das ist bei Jens Matzen, dem Koordinator der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer möglich unter ☎ 0174/6330335 sowie bei Yvette Krumheuer vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume, ☎ 04347/704325.