Heide

Boyens Zustellservice auf Herausforderungen durch Corona-Krise eingestellt

Die Corona-Krise könnte auch den Boyens Zustellservice treffen. Dort werden Vorkehrungen getroffen, um die Versorgung der Abonnenten mit der Tageszeitung so gut wie möglich aufrechtzuerhalten.

Im Moment scheint die Welt etwas zur Ruhe zu kommen. Das gelte auch für seinen Arbeitsbereich, sagt Harald Baumann. Aber der Leiter des Boyens Zustellservice weiß: Auf Ruhe folgt oft genug Sturm. So gut wie möglich bereitet sich die Abteilung darauf vor, dem Unbill zu trotzen, das das Coronavirus womöglich noch bringt.

Baumann versichert: „Oberstes Ziel ist es, die Zustellung der Zeitung zu gewährleisten.“ Diese Aufgabe übernehmen rund 300 Zusteller. Krankheitsbedingte Ausfälle gibt es bisher nicht. „Aber wir bereiten uns darauf vor, dass der Fall eintreten könnte.“

Üblicherweise würde die Information beim Zustellservice im Laufe des Tages eingehen. „Dann würden wir uns um eine Vertretung kümmern“, sagt Baumann: „Das wäre zunächst jemand, der sowieso schon an diesem Ort manchmal vertretungsweise einspringt.“ In letzter Konsequenz wäre er selbst gefordert: „Es kann vorkommen, dass wir morgens selbst loslaufen.“ 

„Wir“, das sind Baumann und fünf Gebietsleiter vom Boyens Zustellservice. Sie haben sich den Gegebenheiten angepasst, sagt Baumann: „Drei arbeiten im Homeoffice, drei im Büro, räumlich voneinander getrennt.“ Auf krankheitsbedingte Ausfälle könne flexibel reagiert werden, sagt Baumann: „Das Büro wird in jedem Fall besetzt bleiben.“

Schließlich erfüllt die lokale Tageszeitung gerade in dieser kritischen Phase eine besondere Aufgabe, ist Baumann sicher. „Für Ältere, die die sozialen Medien nicht nutzen, bleibt die Zeitung eine unerlässliche Informationsquelle.“ Andere wiederum, die mit Nachrichten überflutet werden, lernten das seriöse Medium neu schätzen. „Mein Eindruck ist: Die Tageszeitung erlebt in diesen Tagen eine kleine Renaissance.“ Und darum bleibt die Zustellung oberste Prämisse.

In ländlichen Gegenden liefert der Boyens Zustellservice auch Briefe aus. Bei dem Unternehmen Letter Express Westküste ist die regionale Postzustellung ein Haupttätigkeitsfeld. „Bis jetzt läuft das Geschäft ganz normal weiter“, sagt Dogan Özen, einer der Geschäftsführer. Schließlich müsse die Zustellung ebenso funktionieren wie in anderen Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur auch. Das gelte nicht nur für die marktbeherrschende Deutsche Post AG, den Nachfolger des früheren Staatsbetriebes Deutsche Bundespost, sondern ebenso für die alternativen Briefdienste. Bei Letter Express gelten daher die mittlerweile üblichen Sicherheitsvorkehrungen, sagt Özen: Bestimmte Bereiche seien nicht mehr allgemein zugänglich, die Mitarbeiter seien gehalten, Abstand zu wahren und regelmäßig Desinfektionsmittel zu nutzen. „Wir hoffen, diese Zeit einigermaßen zu überstehen“, sagt Özen.