Brunsbüttel

Brunsbüttel: Betrunkener Kapitän fährt gegen Mole

Gleich zwei Schiffsunfälle beschäftigten am Donnerstag im Bereich Brunsbüttel die Polizei. Für einen davon war ein Kapitän verantwortlich, der mit fast drei Promille unterwegs war.

Gegen 0.30 Uhr ist die „Beethoven“ mit der Mole 2 kollidiert, als das Schiff aus der alten Schleuse auslief. Wie sich herausstellte, war der Kapitän erheblich alkoholisiert. Durch den Unfall entstanden an drei Dalben und dem Mauerwerk Schäden. Am Schiff, das unter der Flagge Zyperns fährt, kam es nur zu Farbabrieb. Der Tanker ging zunächst auf die Nord-Westreede, wo die Besatzung des Polizeibootes „Vossbrook" den Seeunfall aufnahm. Nach der ersten Alarmierung waren die Beamten von einem technischen Ausfall ausgegangen. An Bord stellten die Wasserschutzpolizisten aber fest, dass der Kapitän deutlich nach Alkohol roch. Ein Atemtest ergab einen Wert von 2,97 Promille. Die Polizisten ordneten sofort die Entnahme einer Blutprobe an und zogen eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2500 Euro ein. Der betrunkene Kapitän muss sich jetzt wegen der Gefährdung des Schiffsverkehrs vor Gericht verantworten. Die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft ordnete ein Weiterfahrverbot an. Erst als die Schiffsbesatzung wieder komplett war, durfte die „Beethoven“ ihre Reise nach Immingham in Großbritannien fortsetzen. 

Gegen 6.35 Uhr krachte es auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) zwischen dem Gütermotorschiff „Aldebaran" und dem Motorschiff „Frederik". Die Folge: Alle Leinen der „Aldebaran" brachen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war die „Frederik" offenbar zu schnell unterwegs. Die Geschwindigkeit hat einen Sog- und Wellenschlag verursacht, was letztendlich zum Leinbruch führte. Das Gütermotorschiff „Aldebaran“ lag fest vertäut am Kaianleger des Bodenlagers Dhyrrsenmoor, der im Zuge des Schleusenbaus eingerichtet worden ist. Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Brunsbüttel dauern an.