Brunsbüttel

Brunsbütteler will mit dem Auto nach Marokko

Ein Traum geht für Peter Schäfer in Erfüllung: Im kommenden Jahr will er nach Afrika reisen. Für circa vier Wochen wird sein Land Cruiser sein Zuhause sein. 

Basare besuchen, durch das Atlasgebirge fahren: Peter Schäfer erfüllt sich Anfang 2020 einen Traum. Gemeinsam mit seiner Frau will er Marokko erkunden. In einem Land Cruiser J7.

Der japanische Autobauer Toyota stellt diesen Fahrzeugtyp für den europäischen Markt gar nicht her. Peter Schäfer hat das Auto in Dubai gekauft und nach Deutschland bringen lassen. In Eigenregie hat der Kfz-Mechaniker den Wagen umgebaut und nach seinen Wünschen gestaltet. Eine Woche lang hat das gedauert, nun steht darin ein Bett in der Größe 140 Zentimeter mal 200 Zentimeter. Unter dem Schlafplatz sind Schubladen eingebaut, auf dem Dach wurde eine Platte installiert, um Gepäck verstauen zu können. Vor dem Wagen kann ein Zelt angebracht werden, um den Wohnraum zu vergrößern. Selbst Duschen kann Schäfer an seinem Fahrzeug, das nötige Wasser hat er auf seinem Dach dabei. Strom gibt es über eine Solaranlage. Damit könnte der 45-Jährige sogar seine Waschmaschine zu Hause betreiben. In dem Land-Cruiser, den er World-Cruiser getauft hat, kann Schäfer für sich und seine Frau Vorräte für vier Wochen unterbringen. Strom gibt es über eine Solaranlage. Mit Axt, Machete und Säge kann er Hindernisse aus dem Weg räumen und Holz für Feuer hacken. 

Der Wagen sei prädestiniert für die Reise nach Nordafrika. „Es ist ein zuverlässiger Wagen, der kaum Elektrik hat“, sagt Schäfer. Erprobt wurde das Fahrzeug bereits. Seit die Schäfers ihn haben, sind sie durch Norwegen und Schweden gereist. „Wir waren wenig auf asphaltierten Straßen unterwegs und sehr viel in der Natur.“ Mit dem beigen Auto kann Schäfer notfalls Gewässer bis zu einer Tiefe von 1,20 Metern durchfahren. 15 Tage waren sie unterwegs und hätten noch zwei Wochen dranhängen können, so viel Proviant war noch an Bord. 

Afrika hat es dem Brunsbütteler schon seit Langem angetan. „Ich habe mein Motorradführerschein nur deswegen gemacht, weil ich den Traum hatte, mit dem Zweirad durch den Kontinent zu reisen.“ Das hat nicht geklappt, nun will er mit dem Auto nach Marokko. „Ich habe viel mit Menschen geredet, die dorthin reisen, und wir wissen nun, dass das Land sicher ist.“ Voraussichtlich vier Wochen lang wollen sie durch das Land reisen, es kann aber auch mehr oder weniger werden. „Wir legen nichts fest, entscheiden ganz spontan.“ Diese Freiheit sei es, die ihn reize, auf diese Art zu verreisen: Schäfer kann alles selbst bestimmen. Und er kann für sich sein. In seiner Werkstatt hat er täglich mit vielen Menschen zu tun, als Musiker tourt er mit seiner Band seit 2016 praktisch ununterbrochen durch Deutschland. „Es ist einfach großartig, alles hinter sich zu lassen und nur die Natur zu genießen. Ohne Telefon und Internet.“ Die hat er zwar dabei, nutzt sie aber wenig. Theoretisch wäre das alles auch mit einem Wohnwagen oder Wohnmobil möglich, doch damit unterwegs zu sein, bedeute Einschränkungen hinzunehmen: „Ich kann damit nicht überall hinfahren, Steigungen sind unmöglich. Und überall stehen kann ich damit auch nicht, es gibt Vorschriften.“ Und auf den Campingplätzen gibt es Nachbarn.

Marokko bildet den Auftakt zur Afrikareise, ist sozusagen zum Schnuppern. Läuft es gut, wollen die Schäfers noch weitere Staaten des Kontinents kennenlernen.