Meldorf

Bürgermeisterin tritt bei Grünen aus

Bürgermeisterin Anke Cornelius-Heide macht Ernst. Am Montag erklärte sie ihren Austritt bei Bündnis 90/ Die Grünen. Sie begründet ihre Entscheidung mit der Haltung der Grünen zur Entwicklung des Speicherkoogs und einer erschütterten Vertrauensbasis, durch die sie keine Möglichkeit der Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Dithmarschen mehr sehe.

In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, blickt Cornelius-Heide zurück, was in den vergangenen Jahren alles in Sachen Speicherkoog-Entwicklung auf den Weg gebracht worden sei. Sie nimmt aber auch Anstoß an der Kreismitgliederversammlung der Grünen am 30. September in Meldorf, bei der mit deutlicher Mehrheit einem Antrag von Rolf Martens zum Planungsstopp im Speicherkoog zugestimmt wurde. Die Bürgermeisterin selbst hat an der Versammlung nicht teilgenommen, weil sie zu der Zeit im Urlaub war. 

„2011 trat ich dem Bündnis 90/Die Grünen bei, weil die Grünen aus meiner Sicht die ökologischen Themen überzeugend und lösungsorientiert vertreten. Lösungsorientiert im Sinne einer Balance der ökologischen, ökonomischen und sozialen Handlungsdimensionen“, schreibt Cornelius-Heide. 

Weiter geht sie auf die Planungen rund um die Speicherkoog-Entwicklung ein, die nach „jahrzehntelangem Stillstand (...) – unter aktiver Mitarbeit des Nabu als schutzgebietsbetreuendem Verein, des Bündnisses Naturschutz sowie der Unteren Naturschutzbehörde – für eine touristische Entwicklung im Speicherkoog abgestimmt, über einen städtebaulichen Wettbewerb konkretisiert und in einem fünfjährigen Flächennutzungsplanverfahren auf eine formale Grundlage gestellt“ wurde. 

Was letztendlich zu ihrer Entscheidung zum Austritt bei den Grünen geführt hat, erklärt die Bürgermeisterin im letzten Abschnitt ihres Schreibens. Viele Mitglieder der Bürgerinitiative Speicherkoog seien dem Bündnis 90/Die Grünen beigetreten, um ihre Ziele politisch durchzusetzen. Sie hätten beschlossen, dass das Kommunalunternehmen auf weitere Planungs- und Entwicklungsschritte im Speicherkoog verzichtet und eine Äußerung von Kerstin Hansen zum Vertrauen in beauftragte Gutachten während der Kreismitgliederversammlung mit großem Gelächter quittiert.

„Meine Position der mit dem Naturschutz abgestimmten nachhaltigen Entwicklung des Speicherkoogs steht also nicht nur einer unversöhnlichen Haltung der BINS/Bündnis 90/Die Grünen gegenüber. Vielmehr wird mir und dem Kommunalunternehmen unterstellt, ein Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gegeben zu haben. Damit ist die Vertrauensbasis erschüttert, und ich sehe keine Möglichkeit der Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Dithmarschen mehr“, schreibt Cornelius-Heide. In der Folge erklärte sie schriftlich ihren Austritt bei den Grünen. Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt als Bürgermeisterin Ende des Monats gilt sie nun folglich als Parteilose.