Büsum

Büsums Ballermann: Kritik an Büsums Partymarathon 

Zur Hochsaison herrscht am Büsums Hauptstrand Hochbetrieb, etliche Party mit lauter Musik und manchmal auch Feuerwerk stehen auf dem Programm. Das sieht Grünen-Politiker Rolf Martens kritisch.

Laute Musik, ausgelassene Feierei und zum Finale ein großes Feuerwerk: Die zahlreichen Veranstaltungen am Büsumer Hauptstrand sind längst ein Tourismusmagnet – und auch für Einheimische nicht mehr wegzudenken. Ob aber Lautstärke, Licht- und Knalleffekte mit der unmittelbaren Nähe Büsums zum Nationalpark Wattenmeer vereinbar sind, stellt der Grünen-Politiker Rolf Martens infrage.

Martens spricht vom „Ballermann“ am Büsumer Hauptstrand. Anlass für die Beschwerde war das vergangene Büsumer Meeresleuchten, das durch Musik und Feuerwerk an Attraktivität gewinnen sollte. Licht- und Lärmbelästigung der Tiere im Naturschutzgebiet – so lauten die Hauptkritikpunkte. „Es ist nicht zulässig, wildlebende Tiere durch Lärm oder anderweitig zu beunruhigen. Sie leiden wegen ihres empfindlichen Gehörs unter dem ohrenbetäubenden Krach, aber auch unter den Lichteffekten“, sagt der Grünen-Vorsitzende. „Gerade die Feuerwerke sind es auch, die zu einer erheblichen Feinstaubbelastung führen.“ Im Nationalpark müsse so etwas unterbunden werden, sagt Martens mit Verweis auf das Nationalparkgesetz. In diesem heißt es, dass „ein möglichst ungestörter Ablauf der Naturvorgänge zu gewährleisten“ ist. 

„Veranstaltungen mit Feuerwerken sind in der Regel mit Lärm- und Lichtimmissionen verbunden, die in der weiten Küstenlandschaft einen besonders großen Wirkbereich haben und insbesondere bei Vögeln und Meeressäugern Störungen verursachen können. Innerhalb des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer sind sie daher grundsätzlich nicht genehmigungsfähig“, schreibt Christian Wiedemann von der Nationalparkverwaltung in einer Stellungnahme. „Ein solches Feuerwerk ist nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig“, hält Christian Werwoll vom Büsumer Ordnungsamt dagegen. Die Anzeige des Pyrotechnikers sei fristgerecht und ordnungsgemäß eingegangen. „Aus Sicht des Sprengstoffgesetzes spricht nichts gegen das Feuerwerk. „Es handelt sich zudem hierbei nicht um gewöhnliche Sprengkörper“, sagt Werwoll. Die Feuerwerkskörper, die beim Meeresleuchten und vergleichbaren Veranstaltungen zum Einsatz kommen, würden keine Abfallprodukte produzieren, die das Wattenmeer verschmutzen. Die Feinstaub-, Lärm- und Lichtbelastung begrenze sich bei den Spezial-Feuerwerkskörpern auf ein Minimum und sei mit der Nähe zum Nationalpark vereinbar. 

Fraglich ist jedoch, ob das reguläre Sprengstoffgesetz in der Nähe eines Naturschutzgebietes gilt, oder ob dort besondere Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna Vorrang haben. Um einzulenken, haben die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland kürzlich einen „Naturschutzfachlichen Leitfaden für die Planung, Genehmigung und Durchführung von Feuerwerken und Lasershows an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste“ herausgegeben, der den Umgang mit derartigen Attraktionen am Schutzgebiet regeln soll. Der Leitfaden sieht unter anderem vor, dass vor einem Feuerwerk am Rande des Nationalparks die Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde einzuholen ist. Das wäre in diesem Fall die Nationalparkverwaltung – die in den Genehmigungsprozess des Meeresleuchtens nicht eingebunden war. 

Zur Zeit des Feuerwerks war der Leitfaden jedoch noch nicht herausgegeben. „Wir haben ihn erst vor einigen Wochen erhalten“, sagt Christian Werwoll. Es werde noch Gespräche mit dem Kreis geben, wie die Richtlinien umzusetzen seien.