Friedrichskoog

CDU-Mitglieder machen Austrittsdrohung nicht wahr

Seit gestern ist Dithmarschen Wolfspräventionsgebiet. CDU-Mitglieder in Friedrichskoog hatten angekündigt, aus der Partei auszutreten, sollte der Umweltminister diesen Plan in die Tat umsetzen.

Der massive Widerstand hat allerdings nicht die Formen angenommen, die dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Sven Feil und dem stellvertretenden Bürgermeister Hartmut Marscheider vorschwebten. Sie wollten möglichst viele Mitglieder – nicht nur in Friedrichskoog – zum Austritt bewegen. „Ich habe zwar viel Rückmeldung auf meine Ankündigung bekommen“, sagt Feil, „aber es ist nichts passiert.“ Wenn fünf Ortsverbände die CDU verlassen würden, dann hätte das eine Wirkung in Richtung Kiel gehabt. Der Vorsitzende: „Wenn nur Hartmut Marscheider und ich austreten, wäre das wie das Hornberger Schießen.“ Und eine Verbindung zum Land hätten sie dann auch nicht mehr.

Deshalb hat sich Sven Feil entschlossen, seine Drohung nicht wahr zu machen. „Ich bleibe erst einmal in der CDU und stehe den Schäfern und Tierhaltern weiter zur Seite“, sagt er. So ganz ohne Wirkung sei die Aktion nicht geblieben: „Wir wollten Druck aufbauen, und das ist uns gelungen.“ Zumindest in der Hinsicht, dass das Thema Wolf auf vielen Veranstaltungen diskutiert wurde, viele Menschen angesprochen wurden. Der Ortsverbandsvorsitzende sieht vor allem die EU in der Pflicht: „Es ist eine europäische Verordnung, dass der Wolf nicht im Jagdrecht aufgenommen ist“, sagt er, „deshalb muss die Europäische Union das ändern.“ Dieser Meinung schließt sich der CDU-Kreisvorsitzende Volker Nielsen an. Er fordert eine Sonderregelung für Küstengebiete und eine Lockerung der EU-Regeln. 

So richtig sauer ist Sven Feil auf Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne): „Die haben bis heute nicht geantwortet.“