Büsum

Das Büsumer Piratenmeer wird umgebaut

Das Piratenmeer ist eine Großbaustelle. Bis Sommer 2021 bleibt das Schwimmbad geschlossen – um sich dann als moderne Freizeiteinrichtung zu präsentieren. Von dem alten Piratenmeer bleibt im Wesentlichen nur das Wellenbad.

Seit Juli wird im dem Gebäude abgerissen, demontiert und Bauschutt abtransportiert. Die erste Phase eines Großprojektes, in das die Gemeinde Büsum etwa 21 Millionen Euro investieren will. „Am Anfang wurde nur im Inneren abgerissen. Da haben uns manchmal Leute gefragt, wann die Arbeiten denn endlich losgehen“, berichtet Nadine Herrmann. Diese Frage hört sie jetzt nicht mehr. Mittlerweile sind die Abrissarbeiten an der Fassade angekommen. Zurzeit wird der komplette Anbau aus den 1980er Jahren abgerissen, das 1967 eröffnete Altgebäude entkernt. „Was da allein an Kabeln herausgeholt wird: Allein zwei Container mit alten Kupferleitungen. Das sind etliche Kilometer“, sagt sie.

Als noch Gäste im Becken schwammen, war sie Badebetriebsleiterin. Drei Jahre hat sie das gemacht. Jetzt ist sie immer noch täglich im Piratenmeer – als Bauleitern. „Das ist ein komplett anderes Aufgabenfeld und macht total viel Spaß“, sagt sie. Nicht zuletzt, weil sie sich auf bewährte Unterstützung verlassen kann. Ihre Stellvertreterin Alexandra Plähn sowie die technischen Leiter des Schwimmbades, Sönke Nilges und Dieter Göring, stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Durch ihren Baustellenjob hat Nadine Herrmann das Piratenmeer in mancherlei Hinsicht neu erkundet. Als Badebetriebsleiterin saß sie gelegentlich an der Kasse oder füllte Regale auf, um alle Betriebsabläufe kennenzulernen. Jetzt hat sie im Zuge der Ausschreibungen sämtliche Leistungsverzeichnisse durchgelesen. „Das war zwar sehr anstrengend, aber ich kenn mich jetzt gut aus“, sagt sie.

Noch ist Wasser im Schwimmbecken. Das hat seinen Grund: „Das Wasser wird aus Sicherheitsgründen nicht abgelassen“, so Herrmann. „Wenn wir es ablassen, könnten die Beckenfliesen abplatzen.“ Das könne mit einer solchen Wucht geschehen, dass die Kacheln meterhoch durch die Luft fliegen und Bauarbeiter verletzen könnten. Ein Risiko, das vermeidbar ist, zumal die Baustelle „medienfrei“ ist, wie Nadine Herrmann es ausdrückt. Das heißt: Kein Wasser, keine Lüftung, kein Strom. Wenn Nadine Herrmann die Baustelle betritt, tut sie das nicht ohne Taschenlampe. Bauhelm und Sicherheitsschuhe sind ohnehin Standard.

Nicht nur Sauna und Umkleideräume sind inzwischen Geschichte, auch die Aquarien der Meereswelten sind verschwunden. Sie sollen einen neuen Platz im Hafen bekommen, ihr alter Standort wird als Kassenbereich Teil des neuen Schwimmbades, das größtenteils barrierefrei werden wird. Außerdem bekommt das neue Freizeitbad unter anderem eine Dachterrasse mit Whirlpool – und einen neuen Namen. Welchen, ist noch offen. Es ist jedenfalls der vierte, nachdem es von 1967 bis in die 1980er „Meerwasserhallenwellenschwimmbad“, anschließend „Wellarium“ und seit dem 2004 abgeschlossenen, zweijährigen Umbau „Piratenmeer“ hieß.