Brunsbüttel

Der letzte Schliff für alte Schätze

Zwei Männer, die gerne an alten Autos und Motorrädern basteln: Axel Wendt und André Hirsekorn. Gemeinsam organisieren die beiden ein Oldtimer-Treffen auf der Südseite, einen Tag der alten Schätze. 

Das rollende „Schätzchen“ ist zurzeit in der heimischen Garage aufgebockt: ein Porsche 924 in Onyx-Green. Lange musste Axel Wendt nach diesem Oldtimer suchen, bevor er vor fünf Jahren in Halle an der Saar bei einem Bastler fündig wurde. Inzwischen hat der gelernte Tischler viel am Wagen herumgeschraubt.

„Ich fiebere schon der nächsten Ausfahrt entgegen“, sagt der 52-Jährige. Momentan fehlt vor allem noch die TÜV-Zulassung. „Nachdem meine Frau und ich den Porsche ein Jahr lang mit viel Freude genutzt hatten, kam der TÜV und machte uns einen Strich durch die Rechnung“, sagt Axel Wendt. Er weiß als Mitglied einer Werksfeuerwehr, wie wichtig es ist, dass Fahrzeuge regelmäßig überprüft werden. Auch historische Exemplare dürfen da keine Ausnahme machen. „Arbeiten an den Bremsen beispielsweise, also an allen sicherheitsrelevanten Teilen, lasse ich deshalb nur vom Fachmann vornehmen.“ Alles andere erledigt der Brunsbütteler, der mit seiner Familie auf der Südseite lebt, gern selbst. „Winterzeit ist für mich regelmäßig Schrauberzeit.“ 

Dass er momentan auch bei der Hitze an seinem Porsche arbeitet, hat einen Grund: Im kommenden Monat will er mit seinem Nachbarn, André Hirsekorn, zum ersten Mal ein Oldtimertreffen auf der Südseite veranstalten, einen Tag der alten Schätze – und da soll der Porsche 924 auch ein geeignetes Plätzchen finden.

Mit dem Porsche 924 verbindet Axel Wendt eine Menge, zum Beispiel die Erinnerung an seine Jugendzeit. „Mein bester Freund hatte einen Porsche 924 von seinem älteren Bruder geerbt.“ Damit seien die beiden jungen Männer häufig auf der Koogstraße spazieren gefahren. „Und das zu einer Zeit, in der die meisten mit ihren Mofas oder Opel-Kadetts unterwegs waren.“ Vor allem bei den jungen Mädchen sei das gut angekommen. In der Porsche-Szene dagegen habe es der 924 nicht auf die vorderen Plätze geschafft. „Der Klassiker ist und bleibt der 911.“ Diese Baureihe hatte einige Besonderheiten aufzuweisen: Der luftgekühlte Motor befand sich hinten, der Zündschlüssel links neben dem Lenkrad. 

Aber auch der Porsche 924 habe ein spezielles Merkmal: Er setze sich aus Bauteilen verschiedener Automarken zusammen. Neben Porsche von VW und Audi. „Die Original-Hinterachse in dem schnittigen Sportwagen stammt vom VW-Käfer 1303. Das Ganze hat etwas vom Baukastenprinzip.“ Etwas billiger als der 911 hat er in den 1980er-Jahren immerhin auch 35 000 Deutsche Mark gekostet. „Das war damals viel Geld. Ein Golf I hat unter 10 000 Mark gekostet“, führt Axel Wendt zum Vergleich an. Der Wert des Flitzers spielt für Axel Wendt aber keine große Rolle. Ihm geht es vor allem um ein Hobby, das ihm eine Menge Spaß bereitet. Ganz besonders genießt er auch die „Haubengespräche“ mit anderen Oldtimer-Liebhabern: Dann wird vor der geöffneten Motorhaube gefachsimpelt und hier und da gleich etwas geschraubt. 

Beim Tag der alten Schätze am Sonnabend, 20. Juli, 10 Uhr, ist übrigens willkommen, was rollt. Axel Witt und André Hirsekorn freuen sich über viele Anmeldungen unter 0172/4541131. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben. „Geplant war es zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle an der Fährstraße. Aber aus Platzgründen werden wir vermutlich umziehen müssen auf das Gelände von ESCD“, so Wend