Meldorf

Digitalisierung an der MGS 

Die Meldorfer Gelehrtenschule (MGS) hat Verstärkung bekommen: Lisa Maasch ist seit fünf Jahren an der Schule und hat jetzt eine Zusatzausbildung als Informatiklehrerin abgeschlossen. Damit bildet sie ein Team mit dem stellvertretenden Schulleiter Thorsten Strufe und schafft neue Möglichkeiten für die Schule.

Dass Lisa Maasch mal an der Westküste Schleswig-Holsteins landen würde, hätte sie nicht gedacht. Aufgewachsen in Brandenburg, südlich von Berlin, studierte sie die Fächer Mathe und Biologie in Halle. „Danach habe ich mich in mehreren Bundesländern beworben und die MGS war die erste Schule, die mich wollte“, erinnert sie sich. Damals hatte sie gerade ihr Studium abgeschlossen und begann im Alter von 22 Jahren ihr Referendariat. „Sie war die jüngste Referendarin, die wir bisher hatten“, sagt MGS-Leiter Matthias Ramm. 

Ihre erste Zeit sei nicht einfach gewesen. „Ich bin ein Stadtkind und brauchte früher nur 20 Minuten mit der S-Bahn bis ins Zentrum Berlins“, sagt sie. Diese Nähe zur Großstadt mit ihren Angeboten habe ihr zunächst gefehlt. Doch inzwischen habe sie sich eingelebt. „Ich möchte nicht mehr weg, auch weil das Umfeld der Schule so nett ist.“ So seien die Schüler freundlicher, das Verhältnis zu den Lehrern weicher als in Berlin. Die heute 26-Jährige habe sich bereits früh für Informatik interessiert. „Ich fand das schon immer interessant, hatte bisher leider nie Gelegenheit, das zu vertiefen“, sagt sie. Doch vor eineinhalb Jahren bot sich die Chance. Sie begann mit einem Zusatzstudium, das sie jetzt abgeschlossen hat. Dort erlernte sie mit 23 weiteren Lehrern aus Schleswig-Holstein das Programmieren von Webseiten, HTML, die Programmiersprache Ruby, aber auch das Analysieren von Datenbanken. Letzteres auch im Hinblick auf den Unterricht, um Schülern Strukturen von Datenbanken zu vermitteln. Am Ende schafften 16 Lehrer den Abschluss. 

In zwei Kursen bietet die MGS Informatik als Wahlpflichtkurse – künftig in den Klassen neun und zehn – an. „Die Begeisterung dafür ist bei den Schülern immer groß“, sagt Thorsten Strufe, der auch Informatik unterrichtet. Viele würden mehr wollen, als im Unterricht an Basiswissen vermittelt werden könne. „Und einige haben sich sehr viel Wissen angeeignet. Sie wollen dann noch mehr, als wir mit der gesamten Klassen auffangen können“, ergänzt Maasch. In solchen Fällen könne dann nur eine Binnendifferenzierung mit leistungsgerechten Aufgaben helfen. 

Neben der personellen Aufwertung wird in den kommenden Tagen auch die technische Ausstattung verbessert. „Wir bekommen Beamer und Dokumentenkameras. Damit ersparen wir uns das Erstellen von Folien“, sagt der MGS-Leiter. Ansonsten setzt die Schule dort auf die moderne Technik, wo sie sie für sinnvoll hält. „Wir wollen die Kreidetafel nicht aus den Klassenräumen verbannen, weil vieles an der Tafel genauso schnell und anschaulich dargestellt werden kann.“ 

Lisa Maasch arbeitet aktuell schwerpunktmäßig in den Fächer Mathematik und Informatik. In Biologie ist sie derzeit nicht eingesetzt und auch Astronomie, dieses Fach hat sie als drittes studiert, steht nicht auf ihrem Stundenplan. Auch deshalb, weil es heute kein eigenes Schulfach mehr ist, sondern lediglich ein Thema im Physikunterricht. Wenn Lisa Maasch nicht Mathe oder Biologie unterrichtet, dann spielt sie in ihrer Freizeit Tennis, geht schwimmen oder joggt gerne.