AKTION

Dithmarschen hilft – helfen Sie mit!

Der Alltag vieler Menschen ist durch das Corona-Virus auf den Kopf gestellt worden. Es sind kreative Lösungen gefragt, um diese Herausforderung zu bewältigen – und an denen mangelt es in Dithmarschen nicht.

Privatpersonen und Unternehmen stellen sich momentan auf die neuen Gegebenheiten ein, entwickeln Ideen und starten Initiativen, um die außergewöhnliche Situation gemeinsam zu meistern.

Ein Beispiel sind die Restaurants. Sie müssen wegen der Corona-Krise schließen, hatte die Landesregierung am Dienstag beschlossen. So soll verhindert werden, dass Menschen eng beieinander sitzen und auch, dass Tagestouristen nach Schleswig-Holstein kommen, um hier zum Beispiel mit Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal zu Mittag zu speisen.

Als Alternative zum Restaurantbesuch bieten viele Gastronomiebetriebe jetzt Lieferdienste an. Die Brasserie V in Meldorf hat ihren Betrieb zum Beispiel auf Lieferservice umgestellt. Das Restaurant Alex’ Kitchen aus Heide hat seinen bestehenden Liefer- und Abholdienst ausgeweitet und bietet ihn schon ab mittags an. Weitere Betriebe wie Gastlich Hennstedt haben den Umkreis, in dem das Essen zugestellt wird, ausgeweitet.

Überall in den Gemeinden bieten Vereine, Verbände, Parteien und Privatleute Hilfe an. Wir bündeln diese Angebote, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf den einzelnen Lokalseiten unserer Zeitung unter oben stehendem Logo finden. Ehrenamtliche Helfer, die mit ihrem Angebot in die Liste aufgenommen werden wollen, senden uns einfach eine E-Mail an redaktion@boyens-medien.de

Schlachtereien und weitere Betriebe, die trotz Corona geöffnet bleiben dürfen, entwickeln ebenfalls Ideen, wie sie ihre Kunden in Zeiten der Krise versorgen können. Ein Beispiel ist die Fleischerei Jannsen aus Meldorf. Das Unternehmen bietet bereits lange einen täglichen Mittagstisch auf Rädern an. „In den vergangenen fünf Tagen haben wir 15 Kunden dazubekommen“, sagt Michael Jannsen. Außerdem liefert das Unternehmen nun auch Frischfleisch, Wurst, Käse und weitere Produkte wie Fertiggerichte und Wurstkonserven aus. „Bei manchen werden die Sachen auf die Veranda gestellt und wir schreiben eine Rechnung.“ Der Fahrer ist mit Mundschutz unterwegs. „Die Verunsicherung ist schon spürbar.“

In der Landschlachterei Mewes durften die Gäste bislang immer im Bistro den Mittagstisch verzehren. Aber das geht nun nicht mehr. Deshalb hat das Unternehmen jetzt seinen Lieferdienst wieder aufgenommen. Doch den gibt es nun nicht nur für das Essen, sondern auch für die Wurst- und Fleischwaren.

Auch auf privater Ebene bilden sich zahlreiche Initiativen. In Tensbüttel-Röst haben sich etwa die Gemeindevertreter entschlossen, gerade älteren Mitbürgern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem suchen sie Freiwillige, die für besonders gefährdete Personen einkaufen gehen, zur Apotheke oder zur Post. Besonders gefährdet sind nicht nur Mitbürger ab einem Alter von 50 Jahren, sondern auch Raucher sowie Menschen, die herzkrank sind oder Asthma haben. Auch Diabetiker und Krebskranke haben ein erhöhtes Risiko, dass der Krankheitsverlauf von Covid-19 bei ihnen schwer verläuft. Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ebenfalls zu einem geschwächten Immunsystem und damit zu einem schweren Verlauf der Krankheit führen.

Um diese Menschen zu schützen, bietet auch die Gemeinde Wesseln einen Einkaufsservice an. Ehrenamtliche Helfer übernehmen für Senioren und Hilfsbedürftige den Einkauf. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Gemeinde Sarzbüttel. Auch dort können sich alle, die zu der Risikogruppe gehören, telefonisch bei Bürgermeister Hermann Busch melden. Zudem fordert die Gemeindevertretung alle auf, in der eigenen Nachbarschaft darauf zu achten, ob jemand bei Einkäufen, Gängen zur Post oder zur Apotheke unterstützt werden kann. Der lokale Bäcker habe sich zudem bereit erklärt, weitere Lebensmittel kurzfristig ins Sortiment aufzunehmen. In der Filiale an der Hauptstraße kann jeder mitteilen, was gebraucht wird.

Hilfe beim Einkaufen, aber zum Beispiel auch für das Gassigehen bietet die DLRG Büsum-Wesselburen an. Der FC Offenbüttel reiht sich ebenso ein und bietet Einkaufshilfe an für all diejenigen, die nicht mobil sind oder aus anderen Gründen das Haus derzeit nicht verlassen sollten. Neben einem Einkaufsservice haben die Freien Demokraten in Heide zudem ein Sorgentelefon ins Leben gerufen. Zwei Mal pro Woche, jeweils dienstags und freitags zwischen 15 und 17.30 Uhr, hat die Mitgliederbeauftragte Judith Behmer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Bürger.