Heide

Dithmarschen: Weniger Diebstähle, mehr Körperverletzungen

Auch 2018 war die Gefahr, in Dithmarschen Opfer einer Straftat zu werden,  deutlich geringer als in vielen anderen Teilen des Landes. Anders als im Landestrend, der sinkende Fallzahlen aufweist, blieben die Zahlen in Dithmarschen jedoch auf Vorjahresniveau. 

So sank die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Kreis Dithmarschen mit 7224 im Jahr 2018 (2017: 7262) nur minimal um 0,5 Prozent. Im Landesdurchschnitt war ein Rückgang um 1,1 Prozent zu verzeichnen. Der Kreis rangiert im Vergleich der Häufigkeitszahlen Schleswig-Holsteins auf Platz sieben.

Mit den Zahlen zeigte sich der neue Behördenleiter Holger Meincke durchaus zufrieden. Besonders erfreulich sei die Aufklärungsquote von 57,6 Prozent, die damit einen Höchstwert im Zehn-Jahres-Vergleich erreichte. Der Leitende Polizeidirektor wies jedoch darauf hin, dass die weitgehend stabil gebliebenen Fallzahlen keinesfalls auf eine Arbeitsreduzierung für die Polizei im Kreis Dithmarschen hindeuten. Denn wie 2018 ständen neben dem täglichen Reaktionsdienst auch 2019 zahlreiche Einsätze innerhalb und außerhalb der Behörde an, die nur mit hohem Personalaufwand aus der gesamten Polizeidirektion abzuwickeln wären. Zudem stiegen die Anforderungen an die Sachbearbeitung der Kriminal- und Schutzpolizei stetig mit immer komplexer und spezifischer werdenden Ermittlungsverfahren sowie den zunehmenden Ansprüchen der Gerichte an die Beweisführung.

Diebstahlsdelikte auf Zehn-Jahres-Tiefstwert

Diebstahlsdelikte machen mit 37,1 Prozent und 2679 Fällen weiterhin den größten Anteil an den bekannt gewordenen Straftaten aus, haben allerdings den niedrigsten Stand der letzten 10 Jahre erreicht. Der Rückgang ist insbesondere im Bereich der Diebstähle unter erschwerenden Umständen zu verzeichnen. So sinkt beispielsweise die Anzahl der Diebstähle unter erschwerenden Umständen aus Dienst-, Büro- und vergleichbaren Räumen deutlich um 22,5 Prozent, der schwere Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen geht um 18 Fälle auf 72 Fälle in 2018 zurück. Die einfachen Diebstähle nehmen von 1634 Taten in 2017 um 73 Zähler (+4,5 Prozent) auf 1707 Taten in 2018 zu. Die Zahl beim Wohnungseinbruchsdiebstahl ist erneut auf nunmehr 131 (-38 Taten) gesunken. Die Aufklärungsquote ist in diesem Deliktsbereich gestiegen. Sie liegt bei 18,3 Prozent (Vorjahr: 9,5 Prozent) und ist damit deutlich höher als im Landesdurchschnitt (12,6 Prozent).

Mehr Rohheitsdelike

Im Bereich der Rohheitsdelikte werden mit 1186 Fällen 55 mehr (+4,9 Prozent) als 2017 notiert. Körperverletzungen bilden in diesem Deliktsbereich den absoluten Schwerpunkt – 919 Taten gelangten der Polizei zur Kenntnis, 72 mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Raubtaten (33) liegt deutlich unter dem Level des Vorjahres (50) und erreicht damit im Zehn-Jahres-Vergleich einen absoluten Tiefstand.

Die Zahl der erfassten Straftaten bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist leicht um 36 Fälle auf 1172 gesunken. Den Hauptanteil daran hat der Betrug mit 820 Taten. Von diesen konnten 585 aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote im Betrugsbereich liegt damit bei 71,3 Prozent (Vorjahr: 75,1 Prozent).

2018 wurden 3169 Tatverdächtige ermittelt, 734 davon (2017: 673) waren jünger als 21 Jahre. Jugendtypische Taten sind Raubdelikte, Sachbeschädigungen, Diebstahl und Körperverletzungen. Im Kreis Dithmarschen gingen 53 Prozent der Sachbeschädigungen auf das Konto von Menschen unter 21 Jahren. Der Anteil der Nichtdeutschen an den Tatverdächtigen im Kreis Dithmarschen betrug 17,6 Prozent (2017: 14,5 Prozent), es wurden 552 nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst (zuvor 438).