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Dithmarscher Konflikt: Bald könnte mit den gelben Säcken Schluss sein

von Stefan Schmid Donnerstag, 12. Juli 2018 18:04 Uhr


Heide -

An den gelben Säcken zur Sammlung der Verpackungsabfälle scheiden sich die Geister. Für die einen sind sie instabil, die anderen wiederum schwören schon deshalb darauf, weil sie nicht noch eine Tonne haben wollen. Und wieder andere prügeln sich beinahe in den Rathäusern um die begehrte gelbe Rolle.

Ende 2019 muss ein neues Konzept stehen

Dirk Sopha kennt mittlerweile alle Meinungen zu den gelben Säcken, die es seit der bundesweiten Einführung des Dualen Systems im Jahr 1994 für die derzeit 55.000 Privathaushalte im Kreis Dithmarschen gibt. „Die Gemengelage aus Pro und Contra ist einfach da“, sagt der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD), die im Auftrag des Kreises den Abfuhrbetrieb organisiert. Die Frage „Gelber Sack oder Tonne?“ will er im Herbst in den politischen Gremien des Kreises stellen. Bis Ende 2019 muss nämlich ein neues Abfallwirtschaftskonzept mit einer Laufzeit von fünf Jahren auf den Weg gebracht werden.

In diesem Konzept soll laut Sopha auch geklärt werden, ob der Kreis künftig auf die gelben Tonnen setzt oder es beim jetzigen System belässt. „Wir wünschen uns dazu eine klare politische Aussage“, sagt der AWD-Geschäftsführer. Helfen in dem politischen Entscheidungsprozess könnte eine Kundenumfrage der AWD aus dem vergangenen Jahr. Dafür wurden 300 Kunden von einem externen Fachunternehmen gezielt gefragt. „Die Umfrage ist aufgrund ihres Systems repräsentativ“, sagt Sopha.

Allerdings zeigt das Ergebnis, wie gespalten die Verbraucher sind: 55 Prozent der Befragten würden eine Tonne den gelben Säcken vorziehen. Nur ein Drittel will dagegen den gelben Sack behalten. Sopha hätte sich eine noch klarere Bewertung gewünscht. „Das ist noch keine eindeutige Aussage, aber man kann sagen, dass der Trend in Richtung Tonne geht.“ Mit diesem Ergebnis geht die AWD in den politischen Abstimmungsprozess über ihr neues Abfallwirtschaftskonzept. Für Birgit Siemen, Projektkoordinatorin der AWD, steht fest: „Man wird niemals alle zufriedenstellen können.“

Tonnen wären nicht ganz billig

Sollten die Kreispolitiker sich für die Einführung der Tonne in zwei Jahren entscheiden, gibt es einen aus Sicht von Sopha weiteren wichtigen Punkt, der im Zusammenhang mitgeklärt werden müsse. „Kaufen wir selbst die Tonne oder überlassen wir es den Logistikern, die für die Einsammlung des Abfalls zuständig sind?“ Letzteres ist aus Sicht des AWD-Geschäftsführers mit einem gewissen Risiko verbunden. Denn alle drei Jahre wird die Abfallsammlung für das Duale System neu ausgeschrieben. Sollte ein anderes Unternehmen den Zuschlag bekommen, müsste dieses auch für die Tonnen sorgen. Im Klartext: Die bisherige Abfallfirma würde die eigenen Tonnen wieder einkassieren, und das neue Unternehmen müsste seine Tonnen verteilen. Anfang des Jahres hatte es bei der Verteilung der gelben Säcke genau aus dem Grund gehakt.

Daher spricht sich Sopha für die Anschaffung eigener Tonnen aus. Was für die AWD nicht ganz billig wäre. Der Geschäftsführer schätzt die Investition auf etwa eine Million Euro. Allerdings brauchen Dithmarschens Verbraucher in dem Fall keine neuen Gebühren zu befürchten. „Der Verbraucher zahlt beim Kauf eines Joghurtbechers oder einer Fertigpizza die Entsorgung der Verpackung mit“, sagt Birgit Siemen. Die gelbe Tonne gibt es umsonst.

Wir wollen jetzt von ihnen wissen: Wären Sie für die Einführung der gelben Tonne in Dithmarschen? Ihre ausführliche Nachricht können Sie auch an umfrage@boyens-medien.de schicken.





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