Büsum

Einwegplastik in Büsum vor dem Aus

Büsum soll sich bei öffentlichen Veranstaltungen zu Mehrweg-Verpackungen bekennen und Einwegplastik verbieten. So lautet die Forderung der  SPD-Fraktion.

Eine gute Dreiviertelstunde brauchten die Gemeindevertreter, bis sie sich schließlich durchringen konnten, dem Antrag zuzustimmen. Zunächst gab Heike Dorn (SPD) einen bebilderten Überblick über die Verschmutzung mit Plastik und verwies darauf, dass der Verzehr von Speisen außer Haus zunimmt. Das habe die Produktion von Plastikartikeln befördert. Doch Büsum solle dem Einhalt gebieten, indem es sich dort einmischt, wo es geht: bei öffentlichen Veranstaltungen, in Schulen und in Betrieben, die auf Gemeindebesitz verpachtet sind.

Ein Negativbeispiel sei der Abend mit Roland Kaiser gewesen, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Laabs: „Berge von Plastikbechern, aus denen Bier getrunken worden war“, seien von Käpt‘n Hook aus am Hauptstrand hinterlassen worden. Der Tourismus Marketing Service (TMS) sei gewillt, die Plastikvermeidung voranzutreiben, zitiert Heike Dorn den Geschäftsführer Olaf Raffel. Er strebe weitere Umweltzertifizierungen an. Allerdings könne man solche Vorschriften nur in die noch nicht geschlossenen Verträge einbauen, also erst ab 2021.

Von etlichen Seiten kam Widerstand gegen den Antrag. So meinte Gabriele Landberg (CDU): „Vom Meer her wird viel mehr Plastik angeschwemmt, da liegt doch das Hauptproblem.“ Marianne Schulze (FWB) erwähnte Containerschiffe, die bei der Müllentsorgung an Land 150 Euro zahlen müssten, „aber die Müllcontainer sind leer, weil alles schon im Meer entsorgt wurde.“ Sogar das Thema Kunstrasen kam bei der Gelegenheit wieder auf, dabei sollte es im Antrag nur um Plastikbecher und andere Verpackungen gehen.

Dietmar Böcker (FWB) verwies auf Baustellen: „Büsum boomt“, stellte er fest. Entsprechend häufig würden Plastikfolien und Styropor-Kügelchen davongeweht, hat er beobachtet. Jeder müsse bei sich selbst anfangen, deshalb wolle er lieber das Problem durch Diskussionen ins Bewusstsein heben statt Vorschriften zu machen. Laabs stellte nach einer halben Stunde enttäuscht, fast wütend fest: „Alles Ablenkung vom Problem.“ Büsum solle doch ein politisches Zeichen setzen und künftig auf Plastikverpackungen bei Veranstaltungen verzichten. 

Als dann endlich auch geklärt war, welche Ausschüsse sich damit befassen sollen und dass man auch Fördermöglichkeiten eruieren sollte, folgte die Abstimmung, sogar einstimmig: für die Abschaffung von Einweg-Plastik.

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.