Brunsbüttel

Elbefähre: Arbeitsgruppe in Cuxhaven engagiert sich weiter

War es das für die Elbefähre? Eine Arbeitsgruppe, die vor wenigen Tagen in Cuxhaven zusammengekommen ist, will nicht aufgeben und räumt einer Verbindung echte Chancen ein – wenn das Konzept stimmt.

Die Enttäuschung ist bei vielen Brunsbüttelern groß: Denn die geweckten Hoffnungen auf eine Fährverbindung zwischen Brunsbüttel sind fürs Erste gestorben. Nun hat sich eine Arbeitsgruppe in Cuxhaven gebildet, die nicht aufgeben will.

Am Freitag trafen sich in Cuxhaven 20 Interessierte auf Einladung von Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken, um Möglichkeiten auszuloten. Dr. Geffken sieht für die Fährverbindung eine gute Chance, wenn man sie von Anfang an korrekt angeht. Das bedeutet für ihn: keine Abenteuer mehr, sondern ein durchdachtes Konzept. Genau deswegen war das Treffen angesetzt worden, das im Nachgang aus einer Informationsveranstaltung Mitte Mai hervorgegangen war.

Das Zusammenkommen am vergangenen Freitag verlief nicht ganz so, wie gedacht, da zur Überraschung aller Anwesenden Heinrich Ahlers auftauchte. Der Marner, der Hoffnungen gemacht hatte, der Fährbetrieb könne womöglich am 1. Mai wieder starten, war nicht eingeladen gewesen. Ihn aufzufordern zu gehen, wollte dann auch niemand, weswegen Ahlers blieb. „Das hat dazu geführt, dass wir im Wesentlichen über Konzepte gesprochen haben, obwohl da kein Redebedarf mehr besteht“, sagt Dr. Rolf Geffken. Die Arbeitsgruppe unterstützt den Vorschlag des Ingenieurs Jürgen Grzeskowiak. Der Cuxhavener Schifffahrtsexperte plädiert seit Jahren für zwei kleine Schiffe mit jeweils 70 Metern Länge und 2,50 Metern Tiefgang, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden. Diese Schiffe müssten aber erst noch gebaut werden und würden etwa 20 Millionen Euro kosten bei einer Bauzeit von zwei Jahren. Eine Zwischenlösung mit nur einer Fähre lehnt die Arbeitsgruppe hingegen ab. Das sei der falsche Weg, denn das eine Schiff könne – aus welchen Gründen auch immer – ausfallen, und es gebe keinen Ersatz. Letztlich würde das mehr schaden, weil es die Akzeptanz der Verbindung gefährden würde, heißt es.

„Uns geht es darum, nachhaltige Lösungen zu finden, wie wir das auf den Weg bringen können“, so Dr. Geffken. Dabei geht es ihm vor allem um die politische Willensbekundung. Vom Bürgermeister der Stadt Cuxhaven, Dr. Ulrich Getsch, zeigt sich die Arbeitsgruppe enttäuscht. Vom designierten Stadtchef Uwe Santjer erhofft sie sich mehr Unterstützung. Dabei geht es laut Dr. Geffken nicht darum, dass die öffentliche Hand die Fähre finanziert, wenngleich das nicht unmöglich sei. „Im Bremerhaven existiert seit Jahren eine Fähre in öffentlicher Regie.“ Vielmehr will die Arbeitsgruppe, dass sich die Politik der niedersächsischen Stadt zur Verbindung bekennt und mithilft, sie zum Leben zu erwecken und vor allem am Leben zu halten. „Wie genau das Engagement aussehen kann, darüber lässt sich sprechen.“ Gleichzeitig kritisiert der Rechtsanwalt, dass sich die Stadt Brunsbüttel wie auch der Kreis Dithmarschen und das Land Schleswig-Holstein gänzlich uninteressiert zeigen. Zudem ist nach Meinung von Dr. Geffken die Fährverbindung nicht nur Angelegenheit von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sondern auch von Hamburg. Die Hansestadt spüre ein deutliches Verkehrsaufkommen durch ihre Innenstadt. Deswegen soll Hamburg mit ins Boot geholt werden.

Die Arbeitsgruppe hat sich auf ein weiteres Treffen geeinigt, es soll Ende August erneut in Cuxhaven sein. Dann soll das weitere Vorgehen besprochen werden, denn laut Dr. Rolf Geffken sei das Thema Fährverbindung noch nicht vom Tisch.