Brunsbüttel

Elbefähre-Projekt noch nicht aufgegeben

Auf beiden Seiten der Elbe will man sich nicht damit abfinden, das Projekt Elbefähre endgültig zu den Akten zu legen. Auch wenn die Zeichen wieder einmal alles andere als gut dafür stehen. Ein Arbeitsgruppe will an dem Thema dranbleiben und auch andere Möglichkeiten der Umsetzung ausloten.

„Wir hatten alle auf den Mai gewartet“, heißt es dazu im Vorzimmer des Brunsbütteler Bürgermeisters. Doch statt von der Schleusenstadt nach Cuxhaven über die Elbe zu schippern, ist das Fährschiff Fanafjord noch immer in Südnorwegen. Aus den Plänen der Elbferry GmbH, den Fährbetrieb im Mai mit diesem Schiff, das mit dem Flüssigerdgas LNG betrieben wird, wieder aufzunehmen, wurde nichts. Die finanzierende Bank hatte sich laut Geschäftsführer Heinrich Ahlers im letzten Moment zurückgezogen. 

Er habe das Projekt dennoch nicht aufgegeben, sagte Ahlers nun in einem Interview. Konkrete neue Pläne gebe es jedoch nicht. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Bürgern, wie es nun mit der Elbefähre weitergeht“, sagt die Sekretärin des Brunsbütteler Bürgermeisters, Renate Dettmann.

Eine Arbeitsgruppe um den Cuxhavener Ingenieur und Schifffahrtsexperten Jürgen Grzeskowiak und den Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken will unter anderem die Möglichkeit prüfen, ob die Fähre alternativ auch in öffentlicher Hand betrieben werden könne. Elbferry-Geschäftsführer Heinrich Ahlers steht dieser Idee nach eigenen Äußerungen aufgeschlossen gegenüber.

Die Arbeitsgruppe will sich am kommenden Sonntag, 16. Juni, in Cuxhaven treffen, um das weitere Vorgehen und bestehende Möglichkeiten zu besprechen. Das Treffen ist öffentlich, alle Interessierten – auch aus Brunsbüttel – sind dazu eingeladen, ab 18 Uhr im Restaurant Seestern am Steubenhöft. 

„Ich würde eine dauerhafte Fährverbindung sehr begrüßen“, sagt der Brunsbütteler Bürgermeister Martin Schmedtje. „Wir alle wollen die Fähre.“ Die Stadt scheide jedoch als Betreiber aus. „Darüber müssten sich dann die Länder einigen.“ Doch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) hat bei diesem Thema schon mehrfach abgewunken.

Schmedtje gibt außerdem zu bedenken, dass in Glückstadt eine private Elbquerung bestehe und deren Betreiber „ganz genau hinsehen - und zurecht“, was in Sachen Fähre Brunsbüttel-Cuxhaven geschehe. „Es kann nicht sein, dass die im Wesentlichen ohne öffentliche Mittel auskommen müssen, und in der Nachbarschaft wird eine Elbefähre öffentlich betrieben.“