Brunsbüttel

Elbvertiefung startet: Schiff in Brunsbüttel beladen

Startschuss für die Bauarbeiten zur Elbvertiefung. Nach 17 Jahren Planung beginnen die Arbeiten vor Brokdorf. Auch im Brunsbütteler Hafen wird angepackt. Am Mittwochvormittag wurde ein Schiff mit einem Steingemisch beladen.

Das jahrelange juristische Tauziehen ist beendet. Es geht los. Die Vorbereitungen zur Elbvertiefung sind gestern im Brunsbütteler Elbehafen gestartet: Das Schiff „Lemsterland“ wurde dort mit einem Steingemisch beladen. Anschließend hat es mit dem Bau eines Damms unter Wasser vor Brokdorf begonnen.

Bevor die Baggerarbeiten im März starten, müssen in der Elbmündung Ablagerungsflächen unter Wasser vorbereitet werden, sogenannte Strombauwerke, die später das Baggergut aus der Elbe aufnehmen sollen. Vor Brokdorf entsteht ein 1,7 Kilometer langer und bis zu 3,60 Meter hoher Randdamm mit einer Fläche von rund 24 Hektar, wie Bernhard Meyer, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven, mitteilt. „Das sind 34 Fußballfelder. Die Fläche soll später knapp 700 000 Kubikmeter Baggergut aus der Elbe aufnehmen“, so der Fachmann. Die Strombauarbeiten dienen nicht nur der Deponierung des Baggerguts, sondern sollen auch die Strömungsverhältnisse in der Elbe stabilisieren.

Nachdem die „Lemsterland“ mit rund 600 Tonnen Steingemisch beladen worden war, machte sich das Schiff auf in Richtung Brokdorf. Unter Wasser wurde die Fracht verklappt , die den Randdamm für die Ablagerungsfläche bildet. Diese ersten Arbeiten zur Vorbereitung der Elbvertiefung kosten rund fünf Millionen Euro und werden von einer Firma aus dem ostfriesischen Leer erledigt.

Die Fahrrinne der Unterelbe wird in den kommenden Jahren stellenweise vertieft und verbreitert, um der steigenden Zahl besonders großer Schiffe bessere Fahrtbedingungen nach Hamburg zu verschaffen. „Auch der Elbehafen profitiert von dieser Maßnahme“, sagt Frank Schnabel, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Brunsbüttel Ports. Die Zufahrt zum Brunsbütteler Tiefwasserhafen wird nämlich auch vertieft. „Das heißt, dass künftig noch etwas größere Schiffe zu uns kommen können.“ Die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe wird bereits seit vielen Jahren vor allem von der maritimen Industrie gefordert, um die Erreichbarkeit der Häfen in der Unterelberegion sicherzustellen.

Seit Anfang Februar treffen die Baustoffe des Unternehmens Mibau Baustoffhandel für die Ablagerungsfläche im Brunsbütteler Elbehafen per Seeschiff ein. Dort werden sie entladen und zwischengelagert. Im nächsten Schritt werden die Baustoffe mit Radladern und Förderbandanlagen auf Klappschuten wie die „Lemsterland“ verladen, die das Material zum Baufeld nach Brokdorf transportieren. 

Weitere Bauarbeiten in der Elbmündung sind bereits in Auftrag gegeben. Auf der anderen Elbseite vor Cuxhaven wird eine weitere Fläche vorbereitet. Ebenfalls vergeben ist ein Auftrag für eine Fläche am Neufelder Sand für 25 Millionen Euro, der an eine belgische Firma ging. Allein diese 6,7 Kilometer lange Fläche soll 9,5 Millionen Kubikmeter Baggergut aufnehmen. Die eigentlichen Arbeiten an der Fahrrinne beginnen vermutlich im März. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich voraussichtlich auf