Dithmarschen

Explosionsgefahr in Brunsbüttel Ort

Gas aus Gebäude ausgetreten: Ein solcher Alarm erreicht die Feuerwehr nicht selten. Meist entpuppt er sich als Lappalie. Doch am Mittwoch, gegen 13.20 Uhr, mussten die Einsatzkräfte in Brunsbüttel-Ort schnell handeln, um eine Explosion zu verhindern. 

Mit schwerem Atemschutz machten sich die Blauröcke auf den Weg in ein Wohnhaus in Brunsbüttel Ort. Bereits beim Öffnen der Haustür konnten sie Gasgeruch wahrnehmen. Nur Sekunden nach Betreten des Gebäudes zeigten die Messgeräte entsprechende Ergebnisse „Es war eine angespannte Situation für uns“, sagt Einsatzleiter Lars Kumbartzky. „Die Konzentration des Erdgases in dem Gebäude war so hoch, dass man das Gas sogar sehen konnte“, so Kumbartzky. 

Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, die Nachbargebäude wurden vorsorglich evakuiert. Die Anwohner durften im Einsatzwagen der Feuerwehr warten. Weil sie ihre Häuser umgehend verlassen mussten, blieb ihnen keine Zeit, sich warm anzuziehen. 

Um die Situation in den Griff zu bekommen, wurden in dem betroffenen Gebäude alle Fenster und Türen geöffnet und mit Hilfe eines Druckbelüfters das Gasgemisch in dem Wohnhaus so weit verdünnt, bis keine Gefahr mehr bestand. Dabei wurde die Gaskonzentration in den Räumen kontinuierlich kontrolliert. Gegen 14 Uhr konnte das Wohnhaus freigegeben werden, die Bewohner durften ihre Häuser wieder betreten. 

Wie genau es zu Unfall gekommen ist, ist noch nicht abschließend geklärt. „Vermutlich wurde bei Bauarbeiten in dem Gebäude die Gasleitung beschädigt. Bei der vorgefundenen Gaskonzentration in dem Gebäude hätte ein kleiner Zündfunke ausreichen können, um eine Explosion auszulösen“, sagte Ole Kröger, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Dithmarschen. Ein Unglück konnte verhindert werden, weil ein Handwerker überlegt gehandelt und die Feuerwehr umgehend informiert hat. Erdgas ist eigentlich geruchlos. Um Unfälle zu vermeiden, wird dem Gas ein Geruchsstoff beigemischt, der bei einer geringen Austrittsmenge intensiv wahrnehmbar ist. Deswegen konnte der Handwerker schnell reagieren. Kommt es zum Gasaustritt, rät Kröger, umgehend die Fenster zu öffnen, das Gebäude zu verlassen und den Notruf abzusetzen.