Heide

Falscher Sperrmüll wird in Heide zum Problem

Hausmüll, Baustoffe, Elektrogeräte und anders mehr, das nicht dorthin gehört, werden immer häufiger in den Sperrmüll gemischt. Dem haben die Stadt Heide und die AWD jetzt den Kampf angesagt. 

Elektrogeräte, Autoreifen, Tapetenreste und noch vieles mehr: Immer öfter finden sich in den großen Haufen am Straßenrand Dinge, die nicht in die Sperrmüll-Abfuhr gehören. 

Auf die Situation in einigen Vierteln Heides angesprochen, äußert Thomas Sieger von der Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) seinen Ärger: „Sperrmüll kommt von sperrig. Das sind Sachen, die aus dem privaten Haushalt stammen und nicht in die schwarze Tonne passen.“ Doch immer öfter würden, so Sieger, Dinge zur Abholung gegeben, die dort nichts verloren hätten. „Da sind Fenster dazwischen, Türen oder auch gelbe Säcke, die mit Kleinteilen befüllt sind.“

Bei Eimern mit vertrockneter Farbe, Chemikalien und alten Waschbecken sei dann irgendwann die Grenze überschritten. „Das wird teilweise bewusst gemacht und das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten.“ Recherchen der Redaktion ergaben, dass selbst vergammeltes Essen, schmieriger Hausmüll und Tierkadaver dabei sind. Die Stadt will den Missbrauch durch Kontrollen eindämmen. Parallel soll gezielte Aufklärung dazu beitragen, dass öffentliche Flächen nicht länger mit Unrat verschandelt werden.

Was nicht in den Sperrmüll gehört, nehmen die Männer des beauftragten Entsorgungsunternehmens Remondis nicht mit. Weil die Eigentümer die Gegenstände erfahrungsgemäß so gut wie nie zurücknehmen, bleiben sie oft am Straßenrand liegen. „Handelt es sich um öffentliche Flächen, beseitigen wir als Stadt die Reste“, sagt Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (SPD).

Doch mit dieser freiwilligen Leistung hat Heides Verwaltungschef ein dickes Problem. Denn die Beseitigung des falschen Sperrmülls belaste die Beschäftigten des  Bau- und Betriebshofs immer stärker. „Wir kommen da nicht mehr hinterher“, klagt Schmidt-Gutzat. „Es kostet viel Zeit, bindet Kräfte und produziert vor allem Kosten, die absolut unnötig sind.“

Um das Übel an der Wurzel zu packen, will der Bauhof vor der Sperrmüll-Abfuhr stichprobenartige Kontrollen vornehmen. „Wir suchen dabei auch das Gespräch mit den Bürgern, indem wir über Möglichkeiten der Entsorgung informieren“, so der Bürgermeister. So können beispielsweise Elektrogeräte wie Waschmaschinen, Fernseher oder Computer bei den Recyclinghöfen unentgeltlich abgegeben werden. Dies gelte auch für Kühlschränke und Gefriergeräte.

Die AWD will die Öffentlichkeit ebenfalls aufklären. Adressaten sind laut Thomas Sieger unter anderem die Wohnungsunternehmen, bei deren Mietshäuser das Problem besonders massiv auftrete, weil man sich dort seiner Abfälle anonym entledigen könne. Der Dienstleister informiert zum Thema etwa in Form von Hauswurfsendungen und verteilt einen mehrsprachigen Abfallratgeber, in dem genau steht, was man wie und wo entsorgen kann.

Mehr Informationen dazu gibt es im Internet auf awd-online.de.