Büsum

Fangstopp für Krabbenfischer

Es deutete sich bereits an, jetzt ist es beschlossene Sache: Alle Krabbenfischer an der Westküste Deutschlands, Dänemarks und den Niederlanden bleiben an diesem Wochenende in den Häfen. Sie legen einen Fangstopp ein, weil der Handel die aktuellen Krabbenmengen nicht mehr verarbeiten kann. Erst am Montag dürfen sie ab 6 Uhr wieder auslaufen. 

Betroffen davon sind rund 400 Fischer in den drei Ländern. Wie Dieter Voß vom Fischerverein Friedrichskoog mitteilt, hätten alle Fischereiverbände und Erzeugergemeinschaften dem Vorschlag des Krabbengroßhandels zugestimmt. Die Händler hatten zuvor darauf hingewiesen, dass die aktuell gefangenen Mengen künftig nicht mehr abgenommen werden könnten. Mit diesem Fangstopp reduziert sich die gefangene Menge um 25 bis 30 Prozent, schätzt Voß.

Derzeit fängt ein Kutter im Schnitt knapp zehn Tonnen Krabben pro Woche. Allein bei den 200 deutschen Kuttern kämen so 2000 Tonnen pro Woche zusammen. Zu viel, um überhaupt verarbeitet werden zu können. So würde ein Teil der Ware in großen Kühlhäusern landen. Aber auch dort sind die Kapazitäten begrenzt.

Die Alternative wäre für den Großhandel, den Preis pro Kilogramm stark nach unten zu drücken. Das ist aber nicht im Sinne der Fischer, aktuell bekommen sie noch drei Euro pro Kilogramm. „Wenn der Preis deutlich fällt, befürchten die Fischer, dass er sich zum Winter und Frühjahr nicht mehr erholen wird. Dann wird es im Winter ganz schwer“, sagt Dieter Voß. 

Das Problem für die Krabbenfischer: Bleibt der Preis auch im Winter niedrig, lohnt es sich kaum zum Fischen auszulaufen. Im Winter ziehen sich die Krabben weit in die Nordsee zurück und es wird nur eine geringe Menge gefangen. Der Aufwand, die Netze zu füllen, sei dagegen enorm hoch. „Die Fischer fahren dann bis westlich von Helgoland und sind sechs bis sieben Stunden pro Tour unterwegs. Da werden schnell mal 1200 Liter Diesel nur für die Anfahrt verbraucht“, erläutert Voß. Doch auch der Großhandel habe kein Interesse daran, dass im Winter alle Krabbenkutter in den Häfen bleiben. „Der Handel braucht auch dann frische Krabben und ist auf Fänge angewiesen.“

Mit dem Wochenend-Fangverbot soll zumindest eine erste Maßnahme greifen. In der kommenden Woche gehen die Verhandlungen zwischen Fischereiverbänden und Großhandel weiter. Vielleicht kommt dann noch ein weiterer Tag mit Fangstopp dazu, sodass schon am nächsten Donnerstagmittag Schluss ist. Auch diese Fangmengenbeschränkung stoße bei den Fischern auf Verständnis. Allerdings macht Voß eine Einschränkung: „Sie tragen das mit, solange der Preis bei drei Euro pro Kilogramm bleibt.“

Der Friedrichskooger Kai Jesaites spricht sich sogar für eine dauerhafte Regelung aus. „Ich bin für ein gesetzliches Fangverbot am Wochenende. Dann wären die Voraussetzungen für alle gleich und die Bestände würden geschont.“