Albersdorf

Gründung eines kommunalpräventiven Rates geplant

Vom Ladendiebstahl über Drogenhandel bis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen: Albersdorf ist nicht frei von Kriminalität. Deshalb soll nun ein kommunalpräventiver Rat gegründet werden.

Der Leiter der Polizeistation Albersdorf, Ulf Dreyer, hatte in einem Gespräch mit Bürgermeister Heribert Heinecke die Wiederbelebung der Einrichtung angeregt. „Kommunale Präventionsräte geben Kommunen die Möglichkeit, wirkungsvolle und für ihre Bedarfe angepasste Präventionskonzepte zu entwickeln und umzusetzen“, erläuterte Nora Wisotzki. Sie ist Koordinatorin im Landespräventionsrat und signalisierte ihre Unterstützung. Ziel eines kommunalpräventiven Rates sei die Analyse der Sicherheitslage und die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls. Zuständigkeiten könnten gebündelt und Lösungen für örtliche Problemlagen entwickelt werden.

Ein kommunalpräventiver Rat befasse sich mit dem Thema auf allen Ebenen. Dafür sei es erforderlich, ein entsprechendes Netzwerk zwischen Kommune, Polizei, und anderen Einrichtungen einzurichten. „Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ Über eine örtliche Vernetzung unter den Akteuren sei es ein Ziel des Landespräventionsrates, die Räte auf Landesebene zu vernetzen.

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, wies Ulf Dreyer darauf hin, dass Albersdorf keine Insel der Friedfertigen sei. Es gebe auch in Albersdorf Drogenkriminalität. Senioren würden Opfer von Betrügern und auch unter Jugendlichen gebe es Probleme. Kriminalität mache keineswegs vor den Schultoren halt. Auch in den Schulen sei etwas los. „Von Drogen über Erpressung ist alles dabei.“ Man sollte einen gesellschaftlichen Pflock einschlagen, um daran etwas zu ändern.

Der Haupt- und Finanzausschuss war sich schnell einig, dass eine solche Institution, in der neben Gemeinde und Polizei auch Schule, Kirche, Verwaltung und Bürger beteiligt werden sollen, hilfreich sei, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Gleichzeitig wurde angeregt, die Umlandgemeinden mit ins Boot zu holen. Zur Finanzierung von Aktionen des Rates könnten Mittel eingeworben werden etwa von der Bürgerstiftung. Nora Wisotzki stellte in Aussicht, dass sie ebenfalls Mittel dafür zur Verfügung stellen könne. „Für eine Förderung kommen Präventionsprojekte in Frage, die zur Verhinderung von Kriminalität beitragen und solche, durch die gesellschaftliche Normen und Werte vermittelt.“

In einem nächsten Schritt sollen Akteure zu einer Gründungsversammlung eingeladen werden, wobei Nora Wisotzki suggerierte, dass der Bürgermeister als zentraler Ansprechpartner geeignet sei und den Vorsitz in einem kommunalpräventiven Rat übernehmen könnte.