Burg

GW900m untergetaucht: Wo ist der Wolf?

Es ist ruhig um den Wolf geworden. Wurden zwischen Mitte Januar und Ende Februar nahezu täglich Risse in Dithmarschen gemeldet, tauchte das Raubtier bis Anfang Mai nur vereinzelt auf und wurde in den vergangenen Wochen nicht mehr gesehen.

„Wir wissen nicht, wo GW900m geblieben ist. Er ist verschollen“, sagt Jens Matzen, Koordinator der Wolfsbetreuer. Dieser Wolf war für die vielen Risse in Dithmarschen am Anfang des Jahres verantwortlich. GW900m hat seine Wurzeln in Dänemark. Wegen der Fälle hatte das Land den Kreis zum Wolfspräventionsgebiet erklärt. Das bedeutet, dass Tierhalter nur dann einen Anspruch auf Ersatz ihrer durch den Wolf gerissenen Schafe haben, wenn sie einen Antrag auf Herdenschutz beim Land gestellt haben.

Bei Matzen laufen die Fäden zusammen. Er bekommt die Proben und Protokolle der einzelnen Fälle, auch die Sichtungsmeldungen laufen bei ihm auf. Der Wolf sei in den vergangenen Wochen weder in Dithmarschen noch sonstwo in Schleswig-Holstein aufgetaucht. Zuletzt wurde das Tier in der Nähe von Kiel registriert. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, sagt Matzen. Entweder sei der Wolf abgewandert oder illegal getötet worden. Letzteres könne er nicht ausschließen. 

Nahe Burg habe es kürzlich den Verdacht gegeben, dass es sich bei einem gefundenen Tier um einen Wolf handeln könnte, der getötet wurde, sagt Matzen. Der Fund wurde angezeigt, die Polizei war vor Ort. „Es war ein Marderhund, der bereits länger dort gelegen hat.“ Der Verdacht konnte damit widerlegt werden.

Dass GW900m abgewandert ist, hält Matzen jedoch für wahrscheinlicher. „Das ist bei Wölfen normal, wenn ihnen das Revier nicht zusagt“, so Matzen. In Schleswig-Holstein seien nur zwei Tiere resident – eines an der Grenze der Kreise Pinneberg und Steinburg und ein weiteres weibliches im Kreis Bad Segeberg. „Sie haben sich beide niedergelassen und sind jeweils alleine.“ Es gebe keinen Nachweis über ein Wolfspaar oder Rudel, so Matzen. 

Jedoch gibt es einen bisher unbestätigten Hinweis auf ein Paar im Kreis Lauenburg. Dort sollen zwei Jäger eine Wölfin mit vier Welpen beobachtet haben. Bilder wurden nicht gemacht.