Heide

Hahn vom Zütphen-Friedhof lebt jetzt auf dem Land

Wo ist Heinrich nur abgeblieben? Das dürfte sich in den vergangenen drei Wochen so mancher Spaziergänger auf dem Zütphen-Friedhof gefragt haben. Der Gockel mit dem farbenprächtigen Gefieder, der seit November auf dem Gelänge zuhause war, lebt jetzt im Kreis junger Hennen in Nordhastedt.

Auf dem Nordfriedhof war der junge Italiener-Hahn bekannt wie ein bunter Hund. Friedrichsbesucher hatten dem Tier gern zugeschaut, wie es auf den Wegen umherschritt, hier und dort im Sand scharrte oder sich aus bereitgestellten Näpfen aus dem Körner- und Früchte-Angebot bediente. Die Friedhofsverwaltung ließ den Gockel gewähren. Die Herkunft des Hahns liegt im Dunkeln. Ob ausgerissen oder ausgesetzt, das konnte nicht geklärt werden. Heinrich, der auch Reiner oder Hansi gerufen wurde, bereitete offenkundig vielen Freude. In den sozialen Netzwerken tauschte sich seine Fangemeinde zu ihm aus, teilte die neuesten Fotos und Geschichten. „Irgendwann tauchte für kurze Zeit sogar eine Henne auf dem Friedhof auf, was mit ihr passiert ist, wissen wir nicht“, sagt Friedhofverwalter Ralph Kruse.

Obwohl Heinrich seine Anhängerschaft begeisterte, konnte er mit einer seiner typischen Eigenschaften, dem lautstarken Krähruf, bei anderen wiederum nicht punkten. „Es gab regelmäßig Beschwerden von Anwohnern“, berichtet Kruse und fährt fort: „Weil es zudem nicht artgerecht ist, dass der Hahn dauerhaft allein ist, lebt er nun bei mir auf dem Hof.“

Zehn Hennen, darunter Maran-, Grünleger- und Königsberger-Hühner, gehören zu Heinrichs Harem. „Er passt gut auf seine Hennen auf, guckt, dass sie abends brav in den Stall gehen und lockt sie an, wenn es etwas zu Fressen gibt“, sagt Kruse. Auf der Wiese findet das Geflügel frisches Gras, Würmer, Insekten und Fallobst. Weizen, Mais, Gerste und Brot verschmäht es ebenfalls nicht. „Hahn und Hühner kommen prima miteinander aus, deshalb ist unser Plan, dass wir im kommenden Jahr Küken haben wollen“, so Kruse weiter.

Nicht nur Gockel und Hühner halten es gut miteinander aus. Zur tierischen Gemeinschaft gehören außerdem die Esel Pepe, Susi und Lina. Und auch Hängebauchschwein Günther teilt gern die Wiese mit dem Federvieh. Kruse: „Für die Menschen in Heide ist es natürlich schade, dass Heinrich nicht mehr auf dem Friedhof ist. Aber für ihn ist es eine Geschichte mit Happy End.“