Heide

Heide verbietet Rauchen auf Spielplätzen

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein und keines Verbots bedürfen. Doch immer wieder finden sich auf Spielplätzen Zigarettenkippen. Damit soll jetzt Schluss sein.

Mädchen und Jungen, die im Sandkasten Förmchen befüllen, auf Gerüsten balancieren, Rutschen heruntersausen oder umhertoben, das ist eine spielplatztypische Szenerie. Wer den Blick auf den Boden richtet, hat aber ebenso gute Chancen, Dinge zu finden, die nicht ins Bild passen: Zigarettenkippen. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

In Heide gibt es 17 städtische Spielplätze, beispielsweise an der Berliner Straße und Eduard-Mörike-Damm. Welchen Zweck sie erfüllen sollen und was dort verboten ist, das lässt sich den kindgerecht gestalteten Schildern an den Eingangsbereichen entnehmen. Und so ähnelt jede der Hinweistafeln einer Bilderbuchseite. Unter der Schreibschriftzeile „Kinderspielplatz“ gibt es eine farbige Zeichnung, auf der spielende Mädchen und Jungen zu sehen sind. Der Hinweis „Für Kinder und Jugendliche von 3 bis 12 Jahre bis spätestens 20 Uhr“ ist umgeben von Piktogrammen: Verboten ist das Radfahren, das Tragen von Fahrradhelmen, ebenso nicht erlaubt sind Hunde und Glasflaschen. Neu auf dem Schild ist der Symbolaufkleber mit der durchgestrichenen Zigarette, der für „nicht rauchen“ steht.

Die Anregung, auf den städtischen Spielplätzen ein generelles Rauchverbot einzurichten, hat ein Bürger aus Heide an die Stadt herangetragen. Er möchte seinen Namen zwar nicht in der Zeitung lesen, berichtete dennoch ausführlich, was er unternommen hat und warum er aktiv geworden ist. „Ich habe oft beobachtet, dass auf dem Spielplatz bei mir in der Nähe geraucht wurde, überall flogen die Kippen herum“, schilderte er die Situation. Eltern, andere Erwachsene und Jugendliche hätten, während ihre Kinder spielten, sich Zigaretten angesteckt, geraucht und anschließend die Stummel auf den Boden geworfen. Insbesondere rund um die Sitzbänke, im Sandkasten oder auf den Spielflächen hätten sich die Kippen angesammelt. „Für mich ist so ein Verhalten völlig unverständlich, besonders, weil kleine Kinder die giftigen Kippen in den Mund nehmen könnten“, führte der Bürger aus und fuhr fort: „Vom Gesetz her gibt es ein Bewusstsein dafür, dass Rauchen schädlich ist, Rauchverbote haben wir deshalb in öffentlichen Einrichtungen, auf Bahnhofsplätzen und in Gaststätten längst. Deshalb habe ich mich gefragt, warum es kein Rauchverbot auf unseren Spielplätzen gibt.“

Und so trat er an die Stadt heran, schrieb im August 2018 an den damaligen Bürgermeister Ulf Stecher (CDU) und im September ebenso an den damaligen Bürgermeisterkandidaten Oliver Schmidt-Gutzat (SPD). Die Stadt reagierte auf das Anliegen, teilte dem Bürger über ihren Fachbereich Bürgerdienste und Sicherheit im Dezember mit, dass es entsprechende Verbotsschilder geben solle. „Wir haben den Verbesserungsvorschlag des Bürgers gerne aufgenommen“, bestätigte dazu Stadtsprecher Christoph Hecht. Spielplätze hätten unter anderem eine Vorbildfunktion, deshalb sei das Rauchen dort untersagt worden. Außerdem sollten die Einrichtungen nicht verschmutzt werden. Deshalb sei entschieden worden, die Schilder an den Kinderspielplätzen mit „Rauchen verboten“-Aufklebern zu versehen. Das sei eine schnelle und kostengünstige Maßnahme, neue Schilder seien nicht notwendig.