Büsumer Deichhausen

Im Schatten des mächtigen Nachbarn

Auch im neuen Jahr wird die Gemeinde Büsumer Deichhausen weitgehend mit ihrem Geld auskommen. Von den etwa 700 000 Euro Gesamtausgaben sind aber einige Posten erstaunlich und nur damit zu begründen, dass dort für „Dienstleistungen“ in Büsum mit bezahlt werden muss.

„Wir haben im Haushalt keine großen Schwankungen gegenüber dem Vorjahr“, sagt Michael Meier, der Kämmerer aus dem Rathaus, der für die Finanzen beider Orte zuständig ist. „Dennoch mögen einige Ausgaben als ungerecht erscheinen.“ Wichtigster Wirtschaftszweig in der 360-Einwohner-Gemeinde ist der Tourismus. Zusammen verfügen die Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und die bundesweit bekannte Schönheitsfarm über rund 800 Betten. Deren Belegung spülen beachtliche Steuereinnahmen in die Haushaltskasse: Die Unternehmer in der Tourismusbranche müssen einen entsprechenden Anteil ihrer Gewinne an die Gemeinde abführen – die Tourismus-Abgabe beträgt 13,85 Prozent. Von dieser Abgabe muss vieles bezahlt werden, unter anderem die Werbung für Deichhausen, die Beteiligung am Krabbenexpress während der Saison oder auch des Winterbusses. Trotz der hohen Ausgaben für den Tourismus soll in Büsumer Deichhausen keine Kurtaxe erhoben werden.

Im Haushaltsplan 2020 fallen zwei Positionen besonders auf: die Schullasten und die Kleinkinderbetreuung. Die Anzahl der schulpflichtigen Kinder im Dorf ist mit 19 unverändert. Sie fahren mit dem Schulbus nach Büsum. Das bedeutet aber nicht, dass auch die Ausgaben gleich geblieben sind. Das Gegenteil ist der Fall: Die Gastschulbeiträge sind mächtig gestiegen, um mehr als 10 000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Die laufenden Aufwendungen werden rechnerisch auf alle Schüler umgelegt. „Die Leasing-Raten für die Schulcontainer an der Schule am Meer an der Otto-Johannsen-Straße fallen besonders in Gewicht“, sagt Michael Meier. So muss sich Büsumer Deichhausen auch an diesen Kosten beteiligen. 553 Euro pro Kind zahlt die Gemeinde Deichhausen aktuell pro Jahr für den Schulbesuch.

Ähnlich schlägt auch die Kindergartenbetreuung ins Kontor. Obwohl nur vier Kleinkinder in den benachbarten Einrichtungen betreut werden, muss Deichhausen dieses Jahr allein dafür 36 200 Euro entrichten. „Das sind uns die Kinder wert“, sagte Bürgermeister Helmut Rolfs bei der Vorstellung des Haushaltsplans schnell noch, bevor Unmut darüber aufkommen konnte.

Im Laufe des Jahre will die Gemeinde in die Erstellung einer neuen Homepage und vor allem rund um das Strandhaus investieren. Die Außenanlage soll neu gestaltet, eine Container-Stellfläche erschlossen und die Modernisierung abgeschlossen werden. Insgesamt investiert die Gemeinde 2020 rund 47 00 Euro. Am Ende des Jahres soll der Haushalt nach der bisherigen Planung ein Defizit von rund 33 000 Euro ausweisen.