— Heide —

Kampf ums Landestheater: Initiative wendet sich an den Kreistag

von Oliver Tobolewski Donnerstag, 13. September 2018 21:14 Uhr


Heide -

Eine neue Wahlperiode, eine neue Chance: Die Theaterfreunde Dithmarschen wollen den Kreis zu einer Rückkehr in den Verbund des Landestheaters bewegen. Dem Kreistag haben sie nun eine Unterschriftensammlung überreicht.

Rückzug tritt bald in Kraft

Im Juli 2015 hatte der Kreistag einem Antrag von CDU, FDP und UWD, das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester als Gesellschafter zu verlassen, zugestimmt. Dem Beschluss zufolge tritt der Rückzug zur Saison 2019/2020 in Kraft. Der Grund für die Kündigung: Das Geld, das der Kreis jährlich in die Finanzierung des Landestheaters steckt, sei in der Region besser aufgehoben.

Die Städte Heide und Meldorf hatten sich nach der Kündigung des Kreises zum Landestheater bekannt und sind Gesellschafter geblieben. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Städte gemeinsam in einer Resolution gefordert, die Kündigung der Mitgliedschaft des Kreises am Landestheater Schleswig-Holstein zurückzunehmen und in den Solidarverbund zurückzukehren. In der Resolution hieß es: „Das Landestheater ist das einzige Instrument, mit dem kulturelle Angebote auch in ländlichen Regionen realisiert werden können und durch das ein vielfältiges Angebot zu einem verhältnismäßig günstigen Preis dargestellt werden kann. Dies geht aber nur durch die Beteiligung aller Kommunen.“ Mit dem Ansinnen waren sie aber gescheitert.

Nun ein neuer Versuch, den Kreis zum Einlenken zu bewegen. Die Theaterfreunde Dithmarschen haben in den Spielorten Heide und Meldorf 775 Unterschriften gesammelt. Gemeinsam bitten sie den neu gewählten Kreistag „um Solidarität mit dem Landestheater Schleswig-Holstein und allen Kulturschaffenden in Dithmarschen“. Sie fordern die Rücknahme der Kündigung. „Der Kreis Dithmarschen wäre der einzige Kreis in Schleswig-Holstein, der nicht mehr Gesellschafter des Landestheaters wäre“, heißt es in dem Schreiben zur Unterschriftensammlung.

Die Initiative Theaterfreunde Dithmarschen hat sich vor zwölf Jahren zusammengetan, um die Theaterwelt zu fördern. Zu ihnen gehören unter anderem Dr. Telse Lubitz, Dr. Annegret Sonderkamp sowie Uwe Peters und Christoph Boger.

Befürchten Einschnitt in das kulturelle Angebot

Das Landestheater biete nicht nur Unterhaltung, sondern nehme vor allem einen Bildungsauftrag wahr. „Der Kreis sollte sich diesem verpflichtet fühlen“, so die Theaterfreunde. Keine andere Institution auf Kreisebene widme sich der Bandbreite wie das Landestheater mit Kinder- und Jugendtheater, Puppenspiel sowie Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Hinzu komme das Angebot für Schulen mit pädagogischen Kräften. „Vor allem diese Zusammenarbeit kann keine freie Bühne leisten.“

Die Theaterfreunde befürchten durch die Kündigung des Gesellschaftervertrages einen Einschnitt im kulturellen Angebot in der Region. „Wir denken auch an die Ausgestaltung der Dithmarscher Theaternacht durch das unentgeltliche Engagement des Landestheaters.“ 





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